Freitag, 5. Februar 2010

Blogosphäre

Im Blog Mädchenmannschaft wurde die Wahl des Bloggermädchens 2009 ausgerufen. Gewonnen hat das Blog: Frau Liebe. Ich Gratuliere :-)

Für mich persönlich interessant ist, was im Vorfeld geschehen ist, denn nominiert war auch ein alter Bekannter: Das Blog Feminine Lesbians.

Ein Leser der Mädchenmannschaft informierte jedoch diese über eben jenen Artikel, auf den ich einst hin wies, und wegen der rasenden Transphobie des Artikels wurde die Nominierung zurückgenommen: Gegen Transphobie!

Als Betroffene sage ich mal ganz klar Danke für dieses Zeichen.

Die Feminine Lesbians ihrerseits nahmen das natürlich weniger gut auf. Nachdem sie in der Vergangenheit stets darauf Aus waren, Seitenhiebe (vgl. Sexuelle Erregung, Gender oder Bio, wobei die FBs 2 Studien vermischen) oder auch konkretere Artikel gegen Betroffene zu schreiben geht es jetzt richtig los.

So Beginnt derzeit eine Kaskade gegen Betroffene und die Mädchenmannschaft:
Jawoll, wir sind auch gegen Hetero!
und
Alles queer…?

In der Kommentarsektion von “Jawoll, wir sind auch gegen Hetero” gibt es einige Aussagen der Autorin, Claudia, auf die ich eingehen will:
”Ob ich für oder gegen Trans bin? Ich persönlich stehe dem eher wenig positiv gegenüber, da ich von der Lesbenszene mehr oder weniger “traumatisiert” bin, in der generell “Männlichkeit” mehr zählt als eine Weiblichkeit. So ist es dort auch mit Transmännern. Als wir diesen Text gegen Trans geschrieben haben, hatten wir darunter sehr viele Kommentare von Transmännern (Frau zu Mann) – und zwar ausschließlich von denen. Also keine Transfrauen darunter, sprich Mann zu Frau. Das ist doch schon sehr seltsam oder?”Wir haben doch alle beide diffamiert- aber die ehemaligen “Männer” scheinen sich mehrheitlich weiterhin lieber bei Ihresgleichen aufzuhalten. Bis auf die ehemaligen heterosexuellen, die jetzt natürlich lesbisch sind…”

Sehr zynisch… jeder Kommentar, den ich (als transsexuelle Frau) dort abgegeben habe, wurde nicht frei geschaltet. In keinem davon ließ ich mich übrigens auf das niedrige Niveau herab und verzichtete auf persönliche Angriffe.

Leider macht sie auch deutlich, dass sie nicht zwischen Butchlesben und transsexuellen Männern unterscheidet, sondern lediglich von sozialen Lifestylekomponenten spricht. Im Wesentlichen nichts anderes, als wenn man effimierte Schwule und transsexuelle Frauen gleich setzt. Warum das so ist, wird im eigentlichen Text deutlich. Für sie gibt es keine angeborenen Komponenten, auch nicht die sexuelle Orientierung, die sie ebenfalls für ein Zeitgeistphänomen hält.

Um es wenigstens ein wenig zu verstehen (und auch unsere Ablehnung von Trans) sollte man sich unbedingt den von uns verlinkten Text von der Intersexuellenseite durchlesen.

Gemeint ist ein Text von Nella und Seelenlos, die mit der Verwendung des Selben um Transbashing zu rechtfertigen, laut eigenen Aussagen, nicht einverstanden sind:

hi lukas, der text ist auf de.indy mit einer creative-commons lizenz für nicht-kommerziellen gebrauch freigegeben -- obwohl ich mich allerdings schon frag, warum er in der ganzen länge wiederholt werden musste. und auch, was -- soweit ich mir einen überblick über die "kontroverse" verschaffen konnte -- der zusammenhang mit dem femininelesbians-blog bzw. den "einschlägigen" posts dort ist, zumal auch typischerweise keine inhaltliche auseinandersetzung mit unserem text stattfand, sondern er pauschal als "beweis" für etwas herangezogen wurde, worums darin m.e. gar nicht geht -- eine weitere ebene von instrumentalisierung sozusagen.

Das Thema Vereinnahmung und Instrumentalisierung DURCH Transsexuelle kommt auch in ihrem Artikel: “Alles Queer…?” noch einmal deutlich zur Sprache:
”Und die Transexuellen selbst sehen sich als intersexuell im geistigen Sinne, ein richtiger Geist in einem falschen biologischen Körper, aber die plastische Chirurgie und lebenslange Hormongaben können da schon Abhilfe schaffen…schauen wir uns also mal die Hierarchie der “Verwertungskette” etwas näher an: Hetero-Schwul-Lesbisch-Transident-Transexuell-Intersexuell; und beim letzten und schwächsten Glied der Kette bin ich dann auch fündig geworden.”
(Gemeint ist einmal mehr der oben genannte Text)

Und das es gar nicht so selten eine Vereinnahmung von Transsexualität durch Intersexuelle gibt, wird gänzlich ausgeklammert. So wurde bezüglich Lili Elbe zum Beispiel Berichte über die Selbe als erste behandelte Transsexuelle von OII Australia kürzlich als Vereinnahmung von Intersexuellen durch Transsexuelle dargestellt, Lili Elbe somit zur Intersexuellen erklärt, obwohl eine transsexuelle Frau, die ähnlich untervirilisiert ist und heute von sich sagen würde, sie ist Intersexuell, ihrerseits als Vereinnahmerin bezeichnet würde.

Auch meine eigenen Worte zum Thema zu wiederholen:

Einmal abgesehen davon, dass darin der Umgang der Ärzte und Forscher mit dem Thema den Transsexuellen selbst angelastet wurde. Ja, ich bin mir sicher, das amputieren und anschliesende Verpflanzen von "richtigen" Hoden, Elektroschocktherapie, Lobotomien und Einweisungen in geschlossene Anstalten waren der ausdrückliche Wunsch von transsexuellen Menschen.


Das Claudia der Meinung ist, Transsexualität sei übersteigerte Homosexualität meint sie auch:
Und wenn das noch nicht genug ist, informiere dich bitte was es für eine, zumeist ursprünglich lesbische Frau, konkret bedeutet operativ zu einem sogenannten Mann zu werden. Nämlich: Künstliches Testosteron (männliches Hormon) nehmen, Brüste amputieren lassen, Totaloperation, also die Gebärmutter mit Eierstöcken herausnehmen lassen, verfrühte Menopause mit allen Symptomen der verschärften Klimeteriumsbeschwerden wie Hitzewallungen und Gefühlsschwankungen.

Nein Claudia, transsexuelle Männer sind nicht ehemals lesbische Frauen (dann eh schon freiwillig Lesbisch, wo ist dann der Zwang?) und für einen Mann sind Brüste extrem unangenehm. Das ist nichts psychisches, das ist in der Verdrahtung im Gehirn verortet. Du hast keine Ahnung, wie es für einen Transmann ist, beim Autofahren ständig mit dem Unterarm gegen Etwas zu stossen, das eigentlich gar nicht da sein sollte. Und das mit dem verfrühten Klimakterum ist schlichtweg falsch, es sei denn der Mann verzichtet nach der Entfernung der Eierstöcke und Gebärmutter auf, von aussen zugeführte, Hormone.

Wie dem auch sei, aber ich persönlich denke nicht, dass in den meisten Fällen wirklich ein “richtiger” Geist in einem “falschen” Körper steckt. (Dazu sollte man sich auch zu Gemüte führen, dass die Trennung von Geist und Körper erst dadurch entstand, dass Frauen, im Gegensatz zu Männern, durch die Fähigkeit Kinder zu bekommen sozusagen unsterblich sind. Um Abhilfe zu schafften wurde schnell der Geist vom Körper abgetrennt und, im Gegensatz zum vergänglichen Leib, unsterblich und ewig gemacht. Und um das Ganze noch zu vervollkommnen wurde der Frau dann flugs noch die Seele abgesprochen… das nur am Rande hier.)

Das Erste ist deine Meinung, die einfach nur zeigt, dass du nicht begreiffen kannst. Dein weiteres Posting zeigt, dass du zwar “Biology = Destiniy” betreibst, andererseits aber nicht einsehen kannst, dass das Gehirn anders als der sichtbare Restkörper sein kann. Das ist kein Argument, das ist Esoterik.

Und wenn jemand wirklich meint im Gegengeschlecht leben zu müssen, dann soll Er/Sie das bitte tun- aber ohne derart den eigenen Körper zu verstümmeln.

Erstens, was geht es dich eigentlich an, was Jemand mit seinem Körper tut? Ich würde niemals Botox in mein Gesicht spritzen lassen, ich sehe das als Verstümmelung, aber wieso sollte ich das anderen Verbieten?
Zweitens. Die Betroffenen leben vor der Behandlung im Gegengeschlecht, es geht nicht darum, einen Körper zurechtzuverstümmeln, sondern so weit möglich von der gegengeschlechtlichen Entwicklung zu heilen.

Witzig finde ich ihr Fazit:
Alles in Allem ein sehr komplexes Thema, dass zur Zeit mehr von festgefahrenen Ideologien/Dogmen – anstatt von einer wirklich kritisch-konstruktiven Auseinandersetzung beherrscht wird.

Die Auseinandersetzung damit findet seit mehr als 80 Jahren statt. Seit 80 Jahren haben Leute versucht, eine psychologische Ursache für den Wunsch zu finden, warum eine Frau ein Mann sein will oder ein Mann eine Frau. Und sind stets gescheitert, weil sie wieder und wieder die falsche Frage stellen.

Wieder und wieder versuchen Leute wie Claudia, Transsexualität nach ihren Ansichten zurecht zu theoretisieren, und immer wissen sie es besser als Betroffene und die Forschung.

Donnerstag, 7. Januar 2010

Transphobes Meisterstück

Vor kurzem wurde von Präsident Obama eine Frau für ein wichtiges Amt berufen. 3 Akademische Titel und 30 Jahre breite Erfahrung auf dem entsprechenden Gebiet hatten sie zum idealen Kandidaten gemacht. Eigentlich kein sehr hohes Amt und selbst in den USA eigentlich kaum einer Erwähnung wert, doch die Nachricht schwappte sogar in Österreichische und Schweizer Boulevardmedien, die sich ansonsten nicht sehr politisch interessiert geben – denn die gute Frau hat eine transsexuelle Vergangenheit. Während aber diese Blätter, zumindest für ihre Verhältnisse, recht Neutral berichteten folgte nun, satte zwei Tage später, ein Artikel auf der Webseite der Welt.
Nach einer kurzen Einführung liest man dort:

Während Amanda Simpson in diesen Tagen aus begreiflichen Gründen keine Einzelheiten zu ihrer schmerzhaften Frauwerdung preisgibt, war sie in einem Interview mit dem "Arizona Daily Star" Ende Juni 2002 umso offener. Mehr als 70 000 Dollar für sechs Operationen hatte es sich Mitchell Simpson kosten lassen, Amanda, "die zu Liebende", und Renae, "die neu Beginnende", zu werden. Er ließ seinen Adamsapfel entfernen, einen Busen formen, seine Lippen aufwerfen und unterzog sich komplizierter genitaler Chirurgie. Mehr als 250 Stunden verbrachte er bei einem Hautarzt, der ihm die Barthaare verödete; unter dem Make-up, fand damals ein Beobachter, könne man bei genauem Hinsehen die Narben der Behandlung entdecken. Mitchell wuchs mit drei Brüdern in einer frommen jüdischen Familie in Kalifornien auf. Mitchells Mutter, die in Los Angeles lebt, brauchte lange, bis sie Amanda verzieh. Heute tauschen die beiden Schminktipps aus, und ihre Mutter genießt es, noch eine Frau in der Familie zu haben.

An den 1,75 Meter Körpergröße, muskulösen Beinen, der Schuhgröße 42 und den großen Händen kann Amanda nichts ändern. Ihr blendendes Lächeln, die (fast zu perfekt gelegten) blonden Haare, ihr betont weiblicher Gang und eine in Dutzenden Übungsstunden bei Logopäden höher und weicher geformte Stimme sind umso elaborierter. Sie ist, anders als Mitchell, ganz und gar ihre eigene Schöpfung. Dabei will sie nichts sehnlicher als in ein weibliches Leben einzutauchen: "Wir Transsexuellen sind normale Menschen, die ein normales Leben führen wollen." Ihr heute 14 Jahre alter Sohn, der seine Mutter liebt wie früher seinen Vater, gibt Simpson Normalität.

Was macht diese zwei Absätze nun so, nun ja, mir fällt gerade kein besserer Begriff ein; Hinterfotzig?

Der Autor Uwe Schmitt will dem Leser in diesem Text nur eines vor Augen führen: Die angebliche Künstlichkeit von Ms. Simpsons Geschlecht. Die Beziehung zur ihrem Sohn stellt Schmitt als “Notanker” in der Realität da, als ob Frauen mit transsexueller Vergangenheit nicht einfach ein normales Leben führen könnten.

Noch viel deutlicher ist, dass er Amanda Simpson als Mann sieht. Er betont es ja ausführlich: “Sie ist, anders als Mitchell, ganz und gar ihre eigene Schöpfung

Nein. Herr Schmitt. Sie ist die Frau, als die sie geboren wurde. Mit einem medizinischen Handlungsbedarf der verhinderte, das sich ihr Körper falsch entwickelt, was dennoch passiert ist. Sie hat mehr als 40 Jahre versucht, die Erwartungen ihrer Umwelt zu erfüllen und dazu ihre ganz eigene Schöpfung der Persönlichkeit ‘Mitchell’ aufgebaut, der die Menschen damals Begegnet sind. Und das kann auf Dauer nicht gutgehen. Statt sich zu freuen, dass diese Frau Hilfe finden konnte, machen Sie sich noch über sie und die Narben der falschen körperlichen Entwicklung Lustig. Soll das Journalismus sein?

Stattdessen muss Herr Schmitt auf seine Vorurteile bauen. Worte, die töten.

bilde Angie Zapatas Schwester Monica Murguia, links und ihre Mutter, Maria Zapata bei der Urteilsverkündung des Möders ihrer Tochter, Allen Andrade am 22. April 2009 in Greeley: Quelle: GreeleyTribune.com



Ein wenig Nachhilfeunterricht könnte Herr Schmitt sich bei meinem Artikel hier holen.

Desweiteren finde ich Schade, dass Herr Schmitt nicht weiter auf den Zitierten Satz eingeht:

Anders als Schwarze, die diskriminiert wurden, verdienten Transsexuelle keine ausgleichende Rücksichtnahme.

der Nicht einmal mehr durch Anführungszeichen als solcher kenntlich gemacht wird. Ich werte das einmal als Übereinstimmung des Autors mit Matt Barber, der es ursprünglich gesagt hat. Menschenrechte ja, aber nicht für alle?

Und ist nun irgendetwas daran, dass diese Nominierung mehr Politisch als Aufgrund von Qualifikation geschah? Wohl eher nicht.

Die geschätzte Zoe Brain, die im entsprechenden Berufsfeld arbeitet, drückt es in einem Kommentar bei ABC News folgendermaßen aus:

*SIGH* OK, I'm in the industry myself. I can think of a few names who have the same or better technical knowledge. None who have the business administration degree as well. There's probably a few, but they're heads of departments of major firms, or even CEOs. There might be a dozen on the entire planet who are US citizens. Probably not though. And of the 4 I know, 2 are intersexed, 2 transsexual. The atypical neurology they have is a mixed curse: they get intellectual gifts as well as problems with their mismatched bodies. // Dr Stephanie Langhoff, Chief Scientist at NASA's Ames Research centre is too weak in the military area. Prof Lynn Conway is too busy, and has no formal business administration experience. One other likewise. And another has neither the business experience, nor is a US citizen

*Seuzf*. In Ordnung ich bin selbst in dieser Industrie. Ich kann nur an wenige Namen [von Personen] denken, welche die selben oder bessere technologische Kenntnisse haben. Keine davon haben außerdem einen betriebswirtschaftlichen Abschluss. Da gibt es möglicherweise ein paar, aber sie sind Abteilungsleiter oder Geschäftsführer. Es könnte ungefähr ein Dutzend auf der Welt geben, die US Bürger sind. Vielleicht nicht ganz. Und von den Vier, die ich kenne, sind zwei Intersexuell und zwei Transsexuell. Die untypische Neurologie ist ein gemischter Fluch: Sie bekommen intellektuelle Talente genauso wie die Probleme mit den unpassenden Körpern. // Dr.Stephanie Langhoff, Chefwissenschaftlerin am NASA Ames Forschungszentrum ist zu schwach im militärischen Bereich, Professor Lynn Conway ist zu Beschäftigt und hat keine Betriebswirtschaftliche Erfahrung. Eine andere wahrscheinlich. Und eine andere hat weder betriebswirtschaftliche Erfahrung, noch ist sie US Bürger.

Was Zoe hier anspricht, ist so harter Tobak, dass ich eigentlich vermeide, darüber zu schreiben. Tatsächlich gibt es mindestens zwei wissenschaftliche Arbeiten, die auf einen durchschnittlich 30% höheren IQ gegenüber der Gesamtbevölkerung hin deutet. Das bedeutet nicht, dass jede transsexuelle (oder intersexuelle) Person hochintelligent ist, aber es macht sich auch bemerkbar. Die Statistik, dass 1,8% aller prominenten Programmierer eine transsexuelle Vergangenheit haben (und das sind nur diejenigen, bei denen es Bekannt ist) hatte ich ja schon einmal verlinkt.

Was statt dessen für ein Bild über transsexuelle Menschen nicht nur geschürt, sondern offensichtlich auch gewollt wird wurde mir in einer Diskussion im “Mamablog” kürzlich überdeutlich gemacht.

- Transsexuelle arbeiten alle in der Sexbranche
- 80% Prozent sind nach Behandlung Suizidial
- Transsexualität ist ein psychisches Problem, dass nicht geheilt, sondern durch chirurgischen Größenwahn unterstützt wird.

Das ging so weit, dass sogar Forderungen nach Lobotomien laut wurden (zerstört Dauerhaft die Persönlichkeit).

Gott sei Dank sind nicht alle geneigt, Aufgrund ihrer Ängstlichkeit vor unbekanntem, Talente zu verschwenden. Die meisten Fortune 500 Unternehmen haben mittlerweile eindeutige Policen in Bezug auf Nichtdiskriminierung und nicht wenige Krankenkassenpolicen, die in den USA, wo sonst Krankenkassen nichts übernehmen, die Behandlungskosten zahlen.

Mittwoch, 9. Dezember 2009

Rätsel in den Logs

Vorgestern wurde mein Beitrag Wenn es erstmal los geht 23 mal aufgerufen. Das kann schon mal passieren, wenn ein Beitrag irgendwo verlinkt wird, wo viele Besucher auftauchen. Nur, normalerweise sehe ich dann entweder woher, oder wenn aus irgendeinem Grund über die Suche ein solcher Beitrag oft gefunden wird, über die Suchbegriffe, aber nichts davon war der Fall?

Sonntag, 6. Dezember 2009

Der Soundtrack meines Lebens

Brandy Carlile

Ich will nur die Textzeilen heraus stellen die mich berühren:

All of these lines across my face
Tell you the story of who I am
So many stories of where I've been
And how I got to where I am
But these stories don't mean anything
When you've got no one to tell them to
...

I climbed across the mountain tops
Swam all across the ocean blue
I crossed all the lines and I broke all the rules
...
And all of my friends who think that I'm blessed
They don't know my head is a mess
No, they don't know who I really am
And they don't know what
...
All of these lines across my face
Tell you the story of who I am
So many stories of where I've been
And how I got to where I am
But these stories don't mean anything
When you've got no one to tell them to

Übersetzt:

Alle Falten meines Gesichts,
erzählen dir, wer ich bin.
So viele Geschichten, wo ich war,
und wie ich hier angekommen bin.
Aber diese Geschichten bedeuten Nichts,
wenn ich sie Niemandem erzählen kann.
...
Ich bin über Berggipfel gestiegen,
durch blaue Meere geschwommen,
Ich habe alle Grenzen überquert und alle Regeln gebrochen
...

Alle meine Freunde meinen ich seie gesegnet.
Sie wissen nicht um die Unordnung in meinem Kopf
Nein, sie wissen nicht wer ich bin...(*)
Sie wissen nicht.
....
Alle Falten meines Gesichts,
erzählen dir, wer ich bin.
So viele Geschichten, wo ich war,
und wie ich hier angekommen bin.
Aber diese Geschichten bedeuten Nichts,
wenn ich sie Niemandem erzählen kann.

(*) So unordentlich ist es ja nicht... ich habe immer "yearsome mess"
"Jahrelange Zerissenheit" rausgehört.

Dienstag, 24. November 2009

Offline

Ich werde jetzt ein paar Tage offline sein. Aber eine gute Nachricht in Bezug auf das Blog möchte ich noch los werden: Offensichtlich sind die (alten) Kommentare wieder restauriert.

Freitag, 20. November 2009

Trangender Day of Renembrance

Die zunehmend transphobe Berichterstattung in den Medien findet auch in einer anderen Statistik eine Korrelation. Dieses Jahr wurden weit mehr Verbrechen an trans* Menschen, allen voran jungen, schwarzen Transsexuellen, bekannt.

Ich übernehme die Liste der Blogs, die sich heute mit dem Thema befassen, einmal von Diana:

http://diana.tgirl.ch/transgender-day-of-remembrance-2009

Aktion Menschenrecht und Transsexualität e.V.
TgEu.org (Transgender Europe’s Trans Murder Monitoring Project)
Erlebnisse und Gedanken
Gender Studies an der Humboldt-Universität zu Berlin
Queer-o-mat
Frau mit Bart

Donnerstag, 5. November 2009

Erstaunlich

Was Themenfremde, wenn sie mit dem Thema konfrontiert sind, immer wieder gerne wollen, sind Vorher / Nachher Vergleiche. So Verständlich das ist und so unglaublich, und damit sensationell die Metamorphose auch ist, für transsexuelle Menschen ist das aus zwei Gründen nicht so toll.
1.) Viele Betrachter deuten das so, dass das alte Bild den wahren Menschen zeigt, das Aktuellere das Ergebnis eines künstlichen Eingriffs. Die Idee, dass Menschen automatisch ihr somatisches Geburtsgeschlecht sind und tatsächlich das Geschlecht gewechselt wurde, natürlich nur Optisch, ist eine unterbewusste Schlussfolgerung.
2.) Für viele sind die alten Bilder einfach nur Zeugen einer Zeit großen Leides, eine Zeit, an die sie nicht erinnert werden wollen.

Vor einer ganzen Weile sah ich mir selbst einige Fotos im Internet an, die an einem Event in Österreich aufgenommen wurden... das war irgendwie total seltsam. Ich wusste ja dass das ich auf dem Bild bin (und so viel Alkohol war nicht im Spiel, dass ich mich an die jeweilige Situation nicht mehr erinnerte) aber ich konnte mich in den Bildern nicht wirklich erkennen, wiederfinden.

Da ich schon seit gut einem halben Jahr keine aktuelleren Photos von mir hatte, habe ich gestern eine Freundin gebeten, doch mal eines von mir zu machen. Und bin erstmal erschrocken, Gott, hab ich zugenommen! Dann fischte ich ein eineinhalbjähriges Bild raus, als ich noch 30 kg weniger hatte. Und zeigte es der Freundin zum Vergleich. Die meinte nur trocken: "Das neue gefällt mir trotzdem besser" und zeigte auf das Gesicht. Und tatsächlich, in den 1 1/2 Jahren hatte sich viel getan, erstaunlich viel. Ich bastelte dann tatsächlich einen kleinen vorher / nachher vergleich, aber nur für gute Freunde, die mit der Situation vertraut sind. Aber das Staunen wollte ich dann doch teilen.

Zu dem Zeitpunkt der alten Aufnahme war ich auch schon eine weile auf Hormonen (meine Hormongeschichte ist eigentlich ein eigenes Thema) und um so mehr hat es mich überrascht, wie die Zeit wirkt.

Einen Tip möchte ich noch geben, seit 1 1/2 Monaten verwende ich eine Progesteroncreme, Darstin (zu beziehen z.B. über www.goldpharma.com ) im Gesicht und konnte beweisbar feststelllen, dass es sich sehr positiv auswirkt.