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Dienstag, 17. Mai 2011

Mary Curie und die "Sichtbarkeit" weiblicher Leistungen


Quelle: xkdc

Donnerstag, 28. Oktober 2010

Wer ist "Gerti Lucke"?

Gleich eins Vorweg. Ich habe keine Ahnung.

Wallraff und Hape Kerkeling sieht sie nicht ähnlich genug. Ein Newcomer unter den Impersonatoren?

Vielleicht ein Anthropologe, der den Umgang mit Transsexualität erforschen will, und deshalb den transsexuellen Bürgermeisterkandidat (nein, nicht Bürgermeisterin) mimt? Stets die angebliche Transsexualität betonend? Wer immer diese Person ist. Es gibt wohl derzeit keinen Wahlkampf in Weissenfels und Gerti Lucke hat im Grunde selbst klar gestellt, dass sie nicht Transsexuell ist. Und ihre Blogs zum Thema sind zwar Prallgefüllt, aber eine einzige, grausame Parodie.

Wahrscheinlich kommt dann in einem Jahr oder so das Buch oder der Film: "Mein Leben als Transie"

Das ist sowas von dreckig...

Dienstag, 26. Oktober 2010

Intersex Awareness Days

Heute ist der Intersex Avarness Day.

Awareness zum ersten


Zur Feier des Tages erstmal ein Link auf das wichtigste Blog in diesem Kontext:

http://blog.zwischengeschlecht.info/

Zur Zeit habe ich recht viele persönliche Diskussionen, wie man mit dem Thema Genitalverstümmelung umgehen sollte.

Seelenlos von oben genanntem Blog meint, es sei ausreichend, das Kind beim Namen zu nennen und viele andere Denken mit ihm und Nella, vor allem direktes Vorgehen gegen die Täter (meist Kinderurulogen) sei der beste Weg.

Bei zwischengeschlecht.info möchte man das Thema "Gender" möglichst fernhalten, entvervt sich, dass es sogar in Intersexforen immer einen grossen Platz einnimmt.

Naja, mich nervt dabei, das Geschlecht und Gender hier schon mal grundsätzlich verwechselt wird. Bei OII rief man auch schon zur Klärung auf, doch bitte die Begriffe sex identity und gender identity zu benutzen.

Allerdings, und jetzt komme ich zu meiner persönlichen Meinung, denke ich das Problem lässt sich mit dieser Vorgehensweise nicht lösen. Wenn Seelenlos sagt, die "Gender-Kacke (tm)" spielt keine Rolle, dann ist das Falsch. Sie sollte keine Rolle spielen, aber das ist ein anderes Thema. Tatsächlich ist aber die "Gender-Kacke (tm)" immer und immer wieder die Begründung für die Verstümmelungen, egal wie sie Formuliert wird. (Gender ist Erziehung: Abschneiden, Gender ist Biologisch; Hey, wir erhöhen unsere "Trefferquote").

Diese Begründung kann man den Behandlern unter den Füssen wegziehen, wenn man sich die Tatsächlichen Zahlen anguckt, wenn man, wie die Behandler selbst, nur diesen Aspekt nimmt. Und dazu gibt es zahllose Studien.

Was in diesem ganzen Kontext übersehen wird, sind nicht die ausführenden Organe (also Chirurgen / Kinderurulogen) sondern die Menschen, die sich anmassen, die Entscheidung für das Kind zu treffen. Das sind in letzter Konsequenz die Eltern. Und die sind, wie fast alle Menschen, tief in dem Glauben gefangen, "Das Kind brauche doch ein Geschlecht".

Also muss man der breiten Öffentlichkeit klar machen, das man Geschlecht nicht Fremdbestimmen kann. Eben genau die verpöhnte "Genderkacke(tm)".

Ein Gesetz gegen diese Verstümmelung (tatsächlich wurde ein echter Vorstoss seitens der Community schon mal abgelehnt, weil Transgender darüber stand, so viel zum angeblichen Primärziel) scheitert immer wieder daran, dass die breite Öffentlichkeit nicht für das Thema sensibilisiert ist. Ich verlinke in in vielen Kommentaren immer weider auf Zwischengeschlecht, obwohl das aus meiner Situation heraus fast so etwas wie selbstverletzendes Verhalten ist.

Awareness zum Zweiten


Ich hatte schon, zumindest in den Kommentaren, davon gesprochen, dass ich auffällige Genitalien hatte und ein paar mal mehr, dass ich äusserlich vor der Pubertät nicht von einem Mädchen zu unterscheiden war (also Abseits der Genitalien). Hier nicht darüber gesprochen hatte ich darüber, dass ich sogar so etwas wie eine weibliche Pubertät (ohne Blutungen allerdings) hatte. Mittlerweile weis ich zu 95% woran das lag (und warum meine Genitalien nicht entlang der Prader Skala einzuordnen waren). Das ganze geht auf eine Störung in der Hormonkonvertierung zurück und nennt sich:
17β-Hydroxysteroid Dehydrogenase Defizienz. Sie geht mit unterschiedlich starken Untervirilisierungsgraden der Genitalien einher - aber zum Zeitpunkt des normalen Pubertätseintritts stabilisiert sich der Testosteronhaushalt und die Gonaden werden deutlicher ausgeprägt.

Wäre das von Ärzten erkannt worden, wäre die Empfehlung der Ärzte gewesen, vorpubertär Testosteron zu geben, bei deutlicheren Fällen wird die Genitalverstümmelung empfohlen.

Ja, ich bin froh das es unterkannt blieb...

Aber auch hier kommt die "Gender-Kacke (tm)" zum Tragen:
Ich zitiere mal kurz
Tabu Intersexualität auf Arte
"die...Genitalbschneider-Fraktion übrigens offenherzigerweise keinerlei Zweifel offen – im Gegenteil. Prof. Dr. Mouriquand räumte weiter offen ein, die sexuelle Empfindsamkeit nach der Verstümmelung könne er "nicht garantieren", aber das sei auch nicht so wichtig, da unverstümmelt aufzuwachsen für die Kinder seiner Meinung nach "extrem grausam und nicht zu bewältigen" sei"
Meine Genitalien hat kein Mensch vor der Pubertät gessehen ausser ein paar Ärzten und meinen Eltern (vielleicht noch mein Onkel). Ich wusste nicht wirklich, dass mein Genital ungewöhnlich aussieht, ich hab mich nur gewundert, dass immer von dem (Einzahl) Hodensack gesprochen wird, wo es doch zwei sind. Dass es wirklich ungewöhnlich und nicht nur eine von vielen Möglichen Variationen ist, hab ich noch viel später rausgefunden, die 95% Sicherheit habe ich sogar erst seit etwa einem Monat.

Aber:
Meine Transsexualität hat mir das Leben zur Hölle gemacht und hat zu extremen Mobbing geführt. Dafür musste sie noch nicht mal als solche bekannt sein. Man merkte mir das Mädchen einfach an (mit Anfang 16 wurde ich von ein paar "Freunden" geoutet und das Mobbing wurde noch schlimmer). Ergo kleine Nachricht an die Behandler: So lässt sich die Verstümmelung nicht begründen. Wie sehr ist da das im dortigen Film aufgezeigte Kind "Inge" zu beneiden, dem man nicht nur die Sexualität und körperliche Selbstbestimmung gelassen hat, sondern dem auch von Aussen keine "Gender-Kacke(tm)" aufgedrängt wird.

Awareness zum Dritten


Das extrem viele, als Transsexuell bekannte Personen ungewöhnliche Genitalien und/oder andere Auffälligkeiten wie zum Beispiel ind den Skelettmetriken haben, ist kein Zufall. Es lässt sich oft genug auf bekannte IS Kondition, meist eine CAH Variante zurückführen. Allerdings ist das ein noch grösseres Tabu - eines, das Intersexaktivisten auch nicht wirklich brechen wollen. Die Distanz zu Transsexualität soll gewahrt bleiben.
Dabei wäre genaues hinschauen vor allem in Bezug auf die Hormonersatztherapie wichtig. Lebenswichtig.

Samstag, 18. September 2010

Ein Abschied

Nein, auch wenn ich in letzter Zeit nicht viel geschrieben habe, und das wahrscheinlich auch so schnell nicht wieder sehr häufig tun werde, Gemeint ist eine andere. Ich hatte die traurige Aufgabe, Transray aus den Links herauszunehmen.

Transray war eine Datenbank, die Artikel zu Trans- und Intersexthemen sammelte, katalogisierte und Querverbindungen aufbaute. Eine sicher unglaublich mühselige Aufgabe. Aber das war nicht der Grund zum Einstampfen des Projekts und noch ist die Abschiedsnachricht auf der Seite zu sehen. Ich möchte sie hier im ganzen wiedergeben (bis auf die Kontaktmöglichkeiten, da diese nach Löschung oder Verkauf der Domain so wie so nicht mehr gültig sind):

Aus, vorbei

Warum?

Ich bin der Ansicht, dass die Gesellschaft und insbesondere die Politik nicht bereit sind, Transsexualität so anzunehmen, dass ein würdevoller Umgang mit transsexuellen Menschen in naher Zukunft möglich ist. Alle Bemühungen, zum Beispiel die Vornamenswahl/Geschlechtswahl zu vereinfachen, sind gescheitert.

Ebenfalls sind auch die Vorurteile nicht aus der Welt zu schaffen, die genau dies verhindern.

Bislang orientiert sich die Behandlung/der Umgang an Vorgaben, die nicht von Betroffenen verabschiedet wurden. Sie folgten einem paternalistischem Dogma, durch das transsexuelle Menschen zum Subjekt des Handelns werden.

Ich habe viele Menschen kennengelernt, die schon seit Jahren von der medizinischen Fraktion hingehalten werden, denen es seitens der Krankenkassen untersagt wird, sich operieren zu lassen, deren Erscheinung zu täglichen Kämpfen führt, nur weil „Standards“ und Medizinische Dienste (frühzeitige) Epilationen verhindern.

Viele dieser Menschen stehen dadurch im beruflichen Abseits. Diese Belastung schlägt sich auch in Aufenthalten in der Psychiatrie und Erwerbsunfähigkeiten nieder. Das Einzige was uns fehlt, ist die einfache Anerkennung. Wir benötigen keine Psychotherapie, noch Psychoanalyse über Jahre hinweg, sondern einfaches Vertrauen darauf, dass wir es selbst sind, die genau wissen, was uns nützt.

Ich dachte dem Themenkreis Transsexualität näher zu kommen, indem ich alle mir bekannten Quellen zusammenfüge. Das Ergebnis ist ernüchternd. Neben Moden gibt es keinen wissenschaftlichen Ansatz, der überhaupt irgendetwas erklärt.

Die „Wissenschaftler“ stochern also im Nebel und auch wenn einige sich nach Jahren dahingehend äußern, dass transsexuelle Menschen einfach ganz normale Menschen seien, dann ist das schon erschreckend, weil immer noch so getan wird, als wenn die Behandlung von Transsexualität nur gewissen Vorgaben zu folgen hat und dann alles gut wird.

Wird es nicht.

Und zwar deshalb weil transsexuelle Menschen in ihrer Verzweiflung alles unternehmen, was von professionellen „Helfern“ gefordert wird, die Bungee-Jumping-Theorie – wenn ein Kriterium der Diagnose wäre, sich mit einem Gummiband an den Beinen von einer Brücke zu stürzen, dann würden es alle tun, auch wenn es nichts damit zu tun hat – verdeutlicht es. Dies ist symptomatisch für die „Diagnose“, resp. „Behandlung“.

Zuletzt noch ein Wort zu Gutachten: Nirgendwo wird mehr Unsinn geschrieben und Ableitungen aus noch so weit hergeholten Angaben gemacht. Es wird Zeit, den Quatsch mit den Gutachten zu lassen, nicht zuletzt auch deshalb, weil sie zur Verelendung von transsexuellen Menschen beitragen.

Dienstag, 27. Juli 2010

Die Grenzen der Empathie?

Vor ein paar Wochen entdeckte ich das interessante Blog von Hannelore Vonier, Rette sich, wer kann!

Dort vergleicht sie in einem Beitrag Eigenschaften von Matriarchat, Patriarchat und Web 2.0

Dort verweist sie unter dem Thema Homosexualität auf einem Artikel über die Muxes und Marimacha Mexicos auf einen Buchauszug von "Juchaitán – Stadt der Frauen. Vom Leben im Matriarchat (Veronika Bennholdt-Thomsen) auf ihrer Webseite matriarchat.info .
Muxes sind in Mexico in etwa vergleichbar mit den Kathoe in Thailand oder die Hirja in Indien. Eine Art drittes Geschlecht, in dem Transgender, transsexuelle und intersexuelle Menschen eine halbwegs gesellschaftlich gesicherte Heimat finden können (vgl. Artikelsammlung )

Die Autorin Veronika Bennholdt-Thomsen überschlägt sich dort, in Juchitán fast vor Freude darüber wie gut homosexuelle Männer dort akzeptiert sind. Moment? Homosexuelle Männer? Gerade sprach ich doch noch von Transgendern, transsexuellen und intersexuellen Menschen?

Für Frau Bennholdt-Thomsen sind diese nicht existent. Den ganzen Artikel hindurch spricht sie über die Personen im falschen Geschlecht und beschreibt ihr sein als performanten Akt:
Lachend und mit unverhohlenen Gesten werden die Fremden auf die Muxe's aufmerksam gemacht, was in der Regel völlig überflüssig ist, denn deren Aufmachung und aufreizendes Verhalten sind nicht zu übersehen. Und wie auf viele andere Eigenheiten auch, ist man in Juchitán stolz auf diesen Unterschied. Das ungenierte Hindeuten auf die Muxe's ist Bestandteil des Verhaltenskodex der Akzeptanz. Kreischend freuen sich die Frauen über die anzüglichen Späße und Gesten der " afeminados "‚ der sich weiblich gebenden Männer.”

Und genauso landete die Akzeptanz uneindeutiger Geschlechtsidentität und Körperlichkeiten in Hannelore Voniers Übersicht in der Schublade Homosexuell.

Deshalb schrieb ich einen Kommentar, in dem ich versuchte, Hannelore Vonier zu erklären, das Homosexualität und Geschlechtsidentität, um die es vorangig bei den Muxe und Marimacha geht, nichts miteinander zu tun haben und letztere verschiedenste sexuelle Orientierungen haben. Darüberhinaus die Einordnung in ein 3. Geschlecht für transsexuelle und intersexuelle Menschen nicht unbedingt ihrem Menschenrecht auf Selbstbestimmung entspricht (für Transgender und einige intersexuelle Menschen jedoch schon).

Jedoch zeigte sich, das Hannelore Vonier eine sehr strenge Kommentarphilosophie hat und Kommentare freigeschaltet werden müssen, was sie nicht tat.

So richtig zu ihrem Fürsprechen den Prinzipien des Matriarchats, die sie aufführte und teils auch Web 2.0 zuordnete, wie eine hohe Bewertung von Neuem und Unbekanntem, Selbstregulierung, Selbstbestimmung, Individualismus und Ablehnung von Lob/Tadel und Hierarchie wiederspricht. Aber gut, sie führt es auf, sie heisst es gut, aber sie muss es ja nicht leben.

Letztlich fragte ich sie nach dem Grund, warum sie diesen Kommentar nicht freigeschalten hat.

Ihre Antwort lies lange auf sich warten, und sie viel Knapp aus.

“Du hast da ein Statement abgegeben, mit dem ich nichts anfangen kann. Sieht so aus, als wärst du mir nicht ähnlich: http://rette-sich-wer-kann.com/bist-du-mein-publikum/

Ähnlich… hm. Tatsächlich nicht unbedingt. Meine Kommentare musste ich bislang nicht moderieren, um die dargebotenen Informationen vor allen Zweifeln zu schützen. Dennoch war ich sehr enttäuscht, unter anderem deshalb, weil Hannelore Vonier in ihrem Blog gerade das Thema Empathie beleuchtet unter anderem präsentiert sie folgendes Video:


Und dort wird darauf eingegangen, wie Empathie funktioniert:
Durch das Nachvollziehen der Gefühle eines anderen durch die eigenen Erfahrungen. Gleichzeitig ist die Empathie einer der wichtigsten Instinkte, mit dem sich ein Gemeinschaftsgefühl bildet.

Und so versagt die Empathie in Bezug auf eine andere Geschlechtlichkeit, denn eine Cis (Nichtbetroffene) Person ist sich der Geschlechtsidentität nicht bewusst und sucht so nach allen möglichen Erklärungsmustern, die sich mit vergangenen Erfahrungen verbinden lassen.
Zwar mögen Hannelore Vonier und Veronika Bennholdt-Thomsen nicht unbedingt selbst Homosexuell sein, ihnen sind aber sicher schon Drag Queens oder Butch-Lesben begegnet – und so rechnen sie diese Erfahrung “hoch”. Auch in LGB Kreisen herrscht oft die Meinung, Transsexualität sei nichts anderes als selbsverleugnende Homosexualität, so dass Betroffene ihr Geschlecht der sexuellen Orientierung anpassen. Unter Transvestiten glaubt man gerne, Transsexuelle wären Transvestiten, die ihr spezielles Vergnügen Real machen, teils leitet sich daraus sogar fehlgeleitete Bewunderung ab.
Aber auch ich bin dieses Verbrechens Schuldig. So bin ich davon ausgegangen, dass sich Transsexualiät für alle Betroffenen ziemlich gleich darstellt, bis ich lernte, anderen zuzuhören und so endlich entwirren konnte, warum ich in Foren teils ziemlich Schräge Antworten und Meinungen bekam, die ich zuerst gar nicht Nachvollziehen konnte. Dazu werde ich demnächst einen eigenen Artikel schreiben.

Gottseidank kann man Empathie lernen, aber dazu müssen sich Menschen, die sich z.B. mit Transsexuellen befassen, sich von dem Gedanken frei machen, es seien Männer, die eine Geschlechtsumwandlung suchen, oder eine effimierte Rolle spielen, wen von Frauen des Transspektrums oder intersexuellen Frauen mit maskulinem Phänotyp die Rede ist – und sich die simple Wahrheit klar machen – Diese Menschen wollen sie selbst sein, diese Menschen brauchen einen stimmigen Körper.

Sonst kann die Empathie sogar zur Falle werden. Wie eine Freundin mal über ihren Vater schrieb:
”Er findet dich ja nett und alles, aber jedesmal wenn wir auf das Thema kommen, gruselts ihn und er sagt, er würde jeden Umbringen, der ihm den Penis abschneiden will.”

Und wenn ich sowas höre denke ich jedes mal; “du bist doch schon halb da?” Offensichtlich kann er sich ja sehr gut in die Rolle eines transsexuellen Mannes oder eines intersexuellem Opfer frühkindlicher Verstümmelung hineinversetzen.

Aber es geht nicht. Wenn der erste Schritt nicht stimmt, kann der zweite nicht folgen.

Und noch etwas. Das Veronika Bennholdt-Thomsen keine empathische Verbindung zu den Muxe aufbauen kann, zeigt sich auch darin, dass es für sie kein “wir” gibt: Sie berichtet über die Frauen, als seien es Touristenattraktionen.

Und Hannelore Vonier bringt es auf den Punkt: “Wir sind uns nicht ähnlich”.

Dienstag, 8. Juni 2010

Völlig verrückte Berichterstattung dank Bigotterie

Associated Press, eine zentrale Presseagentur, hat eigentlich ein "Style Book", eine Sammlung von Richtlinien, wie man mit bestimmten Dingen umgeht. Darin ist zum Beispiel festgehalten, dass Menschen entlang ihrer selbstbestimmten Geschlechtlichkeit mit Personalpronomen versehen werden.

Nun wurde kürzlich von AP ein Bericht aufgegriffen und veröffentlich, der dann wieder so weiter veröffentlicht (hier zum Beispiel beim Examiner) wurde. Und in seiner Berichterstattung so Transphob ist, dass schlichtweg alles durcheinandergebracht wird und das, was wirklich passiert ist, nicht einmal mehr zwischen den Zeilen zu erkennen war und erst Bekannte der Betroffenen die Fakten darlegen konnten.

Hier der Übersetzte Bericht:

Transgender(te) Männer oben ohne am Strand von Deleware unterwegs




EHOBOTH BEACH, Del. — Der Rehoboth Strand in Delaware ist kein Oben-ohne-Strrand – aber einige trangerder(te) Männer erzeugten einen Aufruhr als sie ihn wie einen behandelten.
Die Polizei sagte, das sich am Memorial-Day-Wochenende Passenten beschwehrten, als die Männer ihre Tops auszogen und ihre chirurgisch vergrösserten Brüste freilegten.
Ein Bademeister bat sie ihre Tops wieder anzuziehen. Die Männer weigerten sich zuerst, aber bedeckten sich bevor die Polizei erschien.

"Selbst wenn sie es nicht getan hätten", merkte Polizeischef Keith Banks an, "machten diese Männer nichts Illegales. Da sie männliche Genitalien haben, können sie nicht wegen der Zurschaustellung ihrer Brüste angezeigt werden". Banks sagt es gäbe keinen Bedarf für ein spezielles Gesetz für diesen Fall nötg.

Die Rehoboth Strandverwalterin Kathy McGuiness ist sich nicht so sicher. Sie sagte, das Thema wird in einem Stadtratstreffen kommende Woche besprochen.

Quelle: http://www.delawareonline.com



Mein erster Gedankengang, und auch der vieler Leser und Blogger war, dass es sich wohl um transsexuelle Frauen handelte, einige zogen so gar den Schluss, dass dies eine Art moralischer Protest gegen die rechtliche Behandlung als Mann sei. AP somit einmal mehr gegen den eigenen Styleguide verstossen hat. Immerhin steht im Text ja etwas von chirurgisch vergrösserten Brüsten(*) und männlichen Genitalien.

Erst ein Kommentator bei Feministe klärte auf. Tatsächlich handelte es sich um männlich identitfizierte Menschen mit transidentem Hintergrund.

Ironischerweise hat AP also die Geschlechtszuweisung zufällig richtig hinbekommen, aber nicht aufgrund der vorliegenden Tatsachen, sondern weil sie automatisch davon ausgegangen sind, das transgender immer für Männer steht, die sich als Frauen aufführen (Sprachliche Unterdrückung von trans* Männern). Und, siehe (*) feminine Attribute an solchen immer künstlich sind. Eine Meme, die mir nur allzu vertraut ist (My Fair Tranny, Transphobes Meisterstück)

Was also tatsächlich passiert ist? Ein paar Männer haben am Strand gebadet und sich dabei ganz den ihrem Geschlecht entsprechenden Regeln verhalten. Da aber einige optisch eher wie Frauen aussahen beschwehrten sich passanten über die sichtbaren Brüste. Der Bademeister überzeugte die Herren, sich der Einfachheit halber doch zu bedecken, aber jemand hatte schon die Polizei verständigt die dann vor Ort auch nur noch den Kopf schütteln konnte.

Dann kam ein Reporter von Deleware news und produzierte einen sensationsheischenden und transphoben Artikel über angebliche Männer mit künstlichen Brüsten aka Transfrauen, denn so sagt einem ja das Allgemeinwissen, wenn von Trangender die Rede ist.

Dann stiess Associated Press auf den Artikel und machte eine landesweite Nachricht daraus... ohne auch nur irgendetwas zu hinterfragen oder sich an die eigenen Regeln zu halten.

Montag, 31. Mai 2010

"Schwules Paar" freigesprochen

Dank des internationalen Drucks wurden Steven Monjeza und Tiwonge Chimbalanga begagnadigt. Das ist ersteinmal sehr erfreulich. Doch nicht nur spricht die Presse durchgängig weiterhin von dem schwulen Paar beziehungweise den Schwulen Männern und auch Queer.de ist keinen deut besser. Zwar hat man dort auf viele Beschwerden reagiert und den Artikel etwas angepasst und ergänzt, doch der hinzugefügte Text schlägt dem Fass den Boden aus:

Doch wie soll man korrekt berichten? Der britische Schwulenaktivist Peter Tatchell, der sich für die Freilassung des Paares eingesetzt hatte, gibt dazu einige Ratschläge: Er habe weder von den Anwälten und Kontakten Tiwonges eine Antwort erhalten, wie Tiwonge sich selbst identifiziert. "Es wäre falsch, Tiwonge als ´sie´ oder ´Transgender´ zu bezeichnen, ohne entsprechende Anweisung oder Erlaubnis von Tiwonge selbst"

Als ob die bekannten Fakten nicht ausreichen. Ich zitiere noch einmal die New York Times (diesmal nur die Übersetzung):

Jean Kamphale, Mr.(!) Chimbalanga’s Chef in der Blantyre Lodge bezeugte, dass sie "Tante Tiwo" als Frau akzeptierte und sie ihr Koch- und Putzaufgaben gab, Nachdem der Artikel in "The Nation" erschien, liess sie ihre ihre Angestellte sich entkleiden und liess sich nicht darin stoppen bis sie nackt von der Taille an hinunter war. "Das war es, als die Katze aus dem Sack gelassen wurde."
...
Er(!) erklärte später "Ich habe männliche Genitalien, aber innendrinn bin ich eine vollständige Frau. Möglicherweise kann ich kein Kind gebähren, aber ich menstruiere jeden Monat - oder die meisten Monate - und ich kann jede Haushaltsaufgabe erledigen, die eine Frau kann"


Mal ganz abgesehen davon, das Tiwonge ein Frauenname ist. An anderer Stelle meinte sogar jemand, die Identifikation als Frau sei eine reine Schutzbehauptung gewesen.

Samstag, 22. Mai 2010

Verstoss gegen die Menschenrechte versteckt im Kampf um Menschenrechte

Zur Zeit geht es durch die ganze Presse, in Malawi ist ein Paar wegen ihrer Verlobung zu 14 Jahren Zwangsarbeit verurteilt worden. Sehr schlimm und es ist nur als positiv zu betrachten, dass die internationale Presse und Menschenrechtsorganisationen darauf hinweisen.
Im Gegensatz zur Presse haben sich die Menschenrechtsorganisationen allerdings für Gewöhnlich den Yogyakarta-Prinzipien verschrieben. Und verstossen im selben Atemzug selbst dagegen.
Denn sie bezeichnen die beiden als homosexuelles Pärchen und ignorieren damit die Selbstbestimmung einer der Betroffenen, die entweder Trans- oder Intersexuell ist. Indem sie sich über die 14 jährige Zwangsarbeit für ein _homosexuelles_ Paar beschweren, erklären sie das Geschlecht der Betroffenen für ungültig, sie zum Mann.

aus der New York Times
Jean Kamphale, Mr. Chimbalanga’s boss at a Blantyre lodge, testified that she accepted “Auntie Tiwo” as a woman and assigned her cooking and cleaning chores. But after the article in The Nation appeared, she made her employee disrobe and refused to let him stop until he was naked from the waist down and “that’s where the cat was let out of the bag."
...
He explained later: “I have male genitals, but inside I am a complete woman. Maybe I cannot give birth to a child, but I menstruate every month — or most months — and I can do any household chores a woman can do.”


Jean Kamphale, Mr.(!) Chimbalanga’s Chef in der Blantyre Lodge bezeugte, dass sie "Tante Tiwo" als Frau akzeptierte und sie ihr Koch- und Putzaufgaben gab, Nachdem der Artikel in "The Nation" erschien, liess sie ihre ihre Angestellte sich entkleiden und liess sich nicht darin stoppen bis sie nackt von der Taille an hinunter war. "Das war es, als die Katze aus dem Sack gelassen wurde."
...
Er(!) erklärte später "Ich habe männliche Genitalien, aber innendrinn bin ich eine vollständige Frau. Möglicherweise kann ich kein Kind gebähren, aber ich menstruiere jeden Monat - oder die meisten Monate - und ich kann jede Haushaltsaufgabe erledigen, die eine Frau kann"

Auch Dominic Johnson machte es offensichtlich nicht weiter Stutzig, als er in der FAZ schrieb:

Dass Chimbalanga angab, er (!) sei eigentlich eine Frau, und Tiwonge sich auf Trunkenheit während der Verlobungsfeier berief, ließ die beiden eher noch sündhafter aussehen.

Kleiner Nachtrag, leider nur auf Englisch:

Freitag, 14. Mai 2010

Psychosoziale Entwicklungsstörung?

In einem LGBT-Forum hatte ich kürzlich eine Diskussion darum, ob nun Homosexualität in der Psychoanalyse immer noch als psychosoziale Entwicklungsstörung gesehen wird.

Tatsache ist, dass 1973 nach massiven Protesten Homosexualität (als solche) als psychische Störung aus dem Diagnostischen Manual der Psychologenvereinigung APA (DSM) entfernt wurde.

Das ist aber für sich genommen nur eine Frage der Klassifizierung, nicht aber des Grundsätzlichen Modells der Psychoanalyse, die eine sogenannte psychosexuelle Entwicklung mit verschiedenen Stufen der Entwicklung, die auch durch äussere Einflüsse gestört werden können, stattfindet und die Sexualität eines Menschen fixiert. Es ist nicht eine von vielen Theorien der Psychoanalyse, es ist deren Grundlage. Für die Psychoanalyse entstehen "normabweichende" sexuelle Ausrichtungen und "Geschlechtsidentitäten" durch störungen in einem normalen Entwicklungsablauf.

Die Person, mit der ich Diskutiert habe, meint nun, sämtliche Psychoanalytiker und sämtliche Fachbücher/-artikel die sie gelesen hat, würden Homosexualität nicht als solche Betrachten - und erklärt meine Aussage, die Psychoanalyse sehe Homosexualität auch heute noch als Ergebnis einer psychosozialen Entwicklungsstörung, damit zur Lüge, oder sagen wir mal höflicher "Überreaktion".

Nun habe auch ich eine Menge Fachmaterial gelesen und bin zu eben diesem Ergebnis gekommen. Die interessante Frage ist also - wieso kommen wir da zu so unterschiedlichen Schlüssen?

Ich denke das liegt an der Ausgangssituation. Ich lese natürlich vor allem Material, dass sich um Transsexualität und Transgender Themen bewegt, während ihr Kontakt mit der Zunft wahrscheinlich wenig von diesem Thema geprägt war.

Und in mir keimt der Verdacht auf, dass sich die Analytiker, die zuvor mit Freude Homosexualität pathologisiert haben sich nach dem Maulkorb auf das Thema TS/TG gestürzt haben.

International sind das z.B. Leute wie Kenneth Zucker (Verbindungen zu NARTH), Ray Blanchard oder J. Michael Bailey.
Im deutschsprachigen Raum ist es vor allem der Kreis in und um die Deutsche Gesellschaft für Sexualforschung mit Leuten wie Volkmar Sigusch (im Unruhestand), Friedemann Pfäfflin oder Sophinette Becker.

In deren Texten wird Homosexualtität und Transsexualität dann gerne vermischt, indem zumindest ein Teil der Transsexuellen als homosexuell Motiviert (nicht durch unterdrückte Homosexualität) bezeichnet wird. Ganz plump und kurz gefasst sei die Motivation dieses Teils der Transsexuellen durch den Wunsch geprägt, mit hetereosexuellen Männern zu schlafen.

In der Begründung wird dann eben über psychosexuelle Entwicklung gesprochen und dass die Fehlentwicklung, die zu Homosexualität führt unter ein paar Bedinungen auch in die Transsexualität führt (gewissermassen zwei mal falsch abgebogen).

Aus den Augen, aus dem Sinn



Die (Unter-)Diskussion in jenem Thread begann damit, dass jemand meinte, Psychoanalyse wäre eh nicht als Wissenschaft anerkannt und hätte für die Praxis keine Relevanz. Auch wenn das für den Blick Homosexueller ein Stück weit zutreffen mag, sieht es für Transsexuelle ganz anders aus.

Diese "Forscher" arbeiten als Gutachter, Therapeuten, schaffen Behandlungsstandards für Transsexualität (deutsche "Standards of Care") und nehmen Einfluss auf die Gesetzgebung.

Wenn man so wenig über das Thema Homosexualität aus dieser Richtung hört, dann auch deshalb, weil es für Behandlungen keine Relevanz hat, was ja auch so sein sollte. Aber ich denke vernachlässigen sollte man es keine Sekunde - auch nicht aus dieser Perspektive. Das fängt mit "Gender Identity Disorder in Childhood" an, dass hauptsächlich homosexuelle Kinder in reparative Therapien drängt (von denen viele Homosexuelle gar nichts wissen) und wird bei jedem Versuch wichtig, die rechtliche Lage sexueller Minderheiten zu verbessern. Zum Beispiel beim Thema Adoption.

Mittwoch, 14. April 2010

My Fair Tranny

In letzter Zeit führte ich zwei Diskussionen mit Frauen, in denen es um das Absprechen der Existenz transsexueller Menschen ging.

Der eine Fing mit einem Bericht aus der Blogosphäre von mir an. In die Diskussion stieg denn auch Claudia, eine der Autorinnen von Femininlesbians.wordpress.com ein. Zuerst allerdings als Kommentar unter dem falschen Artikel von mir, “Erstaunlich”, dann als Kommentardiskussion in ihrem Blogartikel: “Alles Queer”

Schon nach kurzem Austausch war allerdings Schluss. In ihrem Blog stellte Claudia klar, dass nur sie über transsexuelle Betroffene reden, diese aber nicht Antworten dürfen:

P.S.: Und ansonsten werden jetzt nur noch Kommentare von “BioHeteros”, oder “BioMännnern”, “BioFrauen” bzw “Cis-Menschen” (Cis-Gender ist das Gegenteil von Trans-Gender) freigeschaltet. Denn was die ganze um sich selbst kreisende/narzisstische Transgemeinde über sich selbst zu sagen hat, ist zb hier: http://femininelesbians.wordpress.com/2008/09/11/ja-wir-sind-gegen-trans/ schon ausführlichst erörtert worden. Wer also mehr Interesse hat kann sich ja durch alle 76 Kommentare lesen.

Ich wollte die Diskussion selbst eigentlich auch aufgeben, denn es hieße,  ein totes Pferd zu reiten. Es ist unmöglich, Claudia oder Sophia, der andere Autorin dort, unsere Existenz zu vermitteln und die Reaktion auf dieses Absprechen offensichtlich als selbstsüchtigen, narzisstischen Akt bezeichnen.

Nur hielt dass Claudia nicht auf, dort nun doch noch einmal einen Kommentar eines Betroffenen zu veröffentlichen, um ihr Bild von Transsexualität noch einmal zu spezifizieren. My Fair Lady ist ein Muscial, in dem ein Mann mehr oder weniger dabei ist, sich die perfekte Frau zu erschaffen. Genau das sieht Claudia in einer transsexuellen Frau, die Behandlung sucht:

@Samuel wie du siehst habe ich dich freigeschaltet- Und ja, ich persönlich bemerke es recht schnell, wenn ich eine Transfrau vor mir habe, denn um es nicht zu erkenne,n muss man emotional schon arg unbegabt sein;-) Aber da gebe ich dir recht, dass Männer sich oft und gerne von Transfrauen blenden lassen und nicht selten die “Traumfrau” in ihnen sehen, kenne da auch einige Fälle aus meiner Familie/Bekanntenkreis. Was nicht ganz unlogisch ist, weil die “Transe” (in welchen Verwandlungsstadien sie sich auch gerade immer befindet), keine Frau sondern ein feminisierter Mann ist, und somit dem Mann perfekt seine Projektion von Frau erfüllt. Sprich: Sie fickt gerne und oft und oft auch ohne Beziehungsaunsprüche, “bastelt” sich alle Fetische (wie Riesenbusen, blonde Haare, High-Heels, Ferrarilippen) freudig an sich ran, bekommt keine Cellulite… ist halt Mann in einem Kunstfrauenkörper. Und meine Erfahrung ist auch, dass viele angebliche Heteromänner heimlich auf so was stehen und auch zu solchen Prostituierten gehen. Insofern ist das schon eine “verkappte Homosexualität”- das Begehren des Mannes nach etwas ihm Ähnlichem, nach dem Mann eben.

Ein perfektes Sammelsurium aus Janice Raymond (The transsexual Empire 1979), Germaine Greer (Pantomime Dames 1999), Julia Bindel ( Gender benders, beware 2004 ) , Ray Blanchard (The Concept of Autogynephilia and the Typology of Male Gender Dysphoria, 1989), J. Michael Bailey (The Man Who Would Be Queen 2003) und “RTL Dokumentation”

Zuzüglich einer Spur victim blaming für Trannychaser / Transenstecher mit denen die meisten gleich mal gar nichts zu tun haben wollen.

Und wie viel davon hält in der Realität stand? Gar nichts.
1. Bekommen auch transsexuelle Frauen Cellulite, keine Ahnung was für eine Phantasie sie da geritten hat.
2. Sind die anderen genannten Attribute Lolo Ferrari zuzuschreiben – und die ist Cis.
3. “Sie fickt gerne und oft und oft auch ohne Beziehungsaunsprüche”??? Woher kommt denn die Idee?

Klar gibt es auch ein paar, auf die ein paar Attribute zu treffen. Irgendwoher bekommt RTL ja die Protagonisten für ihre Dokumentationen. Mit der Realität der meisten transsexuellen Frauen hat das aber nichts zu tun.

Legt sie diese Kriterien zugrunde, dürfte ich vor unfreiwilligem Bekanntwerden meiner medizinischen Vergangenheit bei ihr sicher sein. Selbst ihrem später geäussertem Jokerkriterium;

@Yorinde

diese Frage habe ich doch beantwortet und zwar hier: Und ja, ich persönlich bemerke es recht schnell, wenn ich eine Transfrau vor mir habe, denn um es nicht zu erkennen, muss man emotional schon arg unbegabt sein;-)
D. h.: Klar Transfrauen sehen auf den ersten Blick oft sehr gut aus, aber eben nur auf den ersten…Denn von vom Verhalten und von der Energie sind es eben immer noch Männer, und das spüre ich auch. Daher wird die Knarre wohl eher unnötig sein.

Denn ich weis, was sie meint. Und das ist eben der Punkt. Vom Verhalten her und von der Energie her war ich nie ein Mann. Das musste ich spielen, den Energieteil haben andere oft zuvor schon “Erspürt”.

Doch nun zur zweiten Diskussion. Denn die zeugt davon, dass man nicht unbedingt offen Transphob sein muss, um transsexuellen Menschen ihre Existenz abzusprechen und sie fand auf einem Blog statt, dass ich insgesamt sehr Lesenswert finde, bei Antje Schrupps Blog: Aus liebe zur Freiheit.
Interesannterweise begann die Diskussion in einem Beitrag mit ähnlichem Titel wie bei den Feminin Lesbians: Warum ich nicht queer bin. Eine autobiografische Annäherung. Ein sehr lesenswerter Artikel, enthält er jedoch einen Punkt, den ich hinterfragen musste:
“Meinetwegen können einzelne Frauen Männer werden und andersherum, oder sie können sich weitere Geschlechter erfinden, dagegen habe ich nichts.”

Tatsächlich bezieht sie das auf transsexuelle Menschen. Nur wechseln transsexuelle Menschen nicht ihr Geschlecht. Ich äußerte dazu in den Kommentaren:
Also einmal mehr die Entmündigung transsexueller und vieler intersexueller Menschen, deren Realtität zu gunsten einer Theorie zeredet wird. Du stellst damit, ob gewollt oder nicht, Menschen wie mich entweder als Fehlgeleitet oder, noch schlimmer, als Lügner hin, um dieses Weltbild zu schützen.
Das verstand Antje jedoch nicht:
Wieso ist es eine Entmündigung, wenn ich nicht mit dir einer Meinung bin? Wieso stelle ich dich als Lügnerin hin, wenn ich deine Ansichten nicht teile? Das ist ja ein etwas merkwürdiges Verständnis von politischem Diskurs. Ich bestreite nicht deine erlebte Realität, sondern ich hinterfrage deine Interpretation dieser Realität, weil sie mich nicht überzeugt.
Deshalb erklärte ich es noch einmal genauer, denn das ist das Problem von transsexuellen Menschen genauso wie von intersexuellen Menschen:
Weil du meine, und die Existenz anderer Betroffener zu einer politischen Frage und Meinung umdeutest. Eben dies ist die Entmündigung. Die Leugnung meiner Existenz.


Nur – letztlich hat sie es wohl immer noch nicht verstanden. Mein Post enthielt noch ein paar Informationen mehr und so schrieb sie zu einem Link (Eine Talkshow mit Balian Buschbaum, sehr sehenswert)
Das ist doch alles stereotypes Zeug, und ich mag es nicht, dass man so von Frauen spricht. (Übrigens hat Balian von Männern gesprochen, aber durch die Dichotomie sind natürlich auch Frauen von der Aussage betroffen)

Tja. Womit meine Kritik zu beweisen war. Queer ist eine (Gesellschafts-)politische Bewegung, die nichts mit der medizinischen Kondition Transsexualität zu tun hat. Beide Blogs schaffen es nicht, das auseinanderzuhalten und müssen sich so ihre eigene Definition von Transsexualität gestalten, um es hinein zu quetschen.

So wie Claudia sagt, transsexuelle Frauen würden sich, ganz nach dem Muster der “My fair Lady”, als Traumfrau oder Fetisch selbst erschaffen, so schaffen sie sich ihre eigene Vorstellung von Transsexualität.

Eben “My fair Tranny”.

Mittwoch, 7. April 2010

My Body is a cage - Follow Up

Mir stehen dabei die Tränen in den Augen.

Profilbild

Irgendwann habe ich mich ja doch mal entschlossen, ein Profilbild zu verwenden. Dabei ist es eines, das schon länger nicht mehr für ich steht. Ich habe mich mittlerweile noch sehr verändert und in dem Bild erkennt man noch viel Altlast, es wirkt noch sehr Maskulin.
Auf der anderen Seite habe ich aber wegen des Wiedererkennungswertes keine Lust, ein Aktuelleres einzustellen.

Es macht mir aber auch ein schlechtes Gewissen. Blogge ich mit meinem Google Profil oder manchmal auch einfach so, wird dieses Bild meinen Kommentaren beigefügt. Und vermittelt dadurch das selbe Bild wie die Dokumentationen, die stets nur Frauen in der körperlichen Übergangsphase zeigen.

Es macht mir also auch ein wenig ein schlechtes Gewissen.

Donnerstag, 4. März 2010

Männerland und Frauenland (C) by Svenja

Svenja hat auf ihrem Blog einen witzigen Artikel zur ihrer Migration ins Reich der Frauen und einem Vergleich der lokalen Kulturen geschrieben. Wie so oft sind die Kommentare mindestens genau so lesenswert wie der Artikel und so kam so einiges zusammen auf das ich aus meiner Perspektive antworten will. So viel, dass es eigentlich zu lange für einen Kommentar ist.

Deswegen schreibe ich es als Artikel.

Erst ein paar Punkte zu Svenjas Aufenthaltsbericht:
Da musst du nicht am ganzen Körper und im Gesicht immer makellos sein. Im Gegenteil. Ich hab mir mal die Arme und Beine rasiert, da hat meine Ehefrau eine Riesenszene gemacht.

Julia Serano hat in ihrem Buch Whipping Girl diesem Phänomen ein kleines Kapitel gewidmet, das Bloggerin Butch Bitch übersetzt hat: Das Haarspangen-Manifest.

Weiter schreibt Svenja:
Ein paar von uns Auswanderern sind hier ja nicht zurechtgekommen und dann doch wieder zurückgegangen nach Männerland. Zum Glück gibt es dafür ja extra die einjährige Probezeit mit Quarantäne. Das nennt sich Alltagstest und viele haben total Angst davor, weil man in dieser Zeit nirgends so richtig dazu gehört.

Es ist ja die Quarantäne, die den Alltagstest zur Farce macht. Die angebliche Grundidee des Alltagstests ist ja, dass man das Leben im eigentlichen Geschlecht kennen lernen soll. Das Funktioniert in etwa so gut, als wenn man jemanden in einem Urlaubshotel im entsprechenden Land einquartiert und von dort aus kleine Touren zu den Sehenswürdigkeiten stattfinden. Mit dem Rucksack und der Kamera immer klar als Tourist erkennbar. Sicher, meist sind die Einheimischen freundlich, aber vom eigentlichen Leben bekommt man nichts mit. Nur ist das ganze noch schlimmer... Touristen sind in den beiden Ländern nicht gerne gesehen, und schlecht integrierte Immigranten noch weniger.

Nun schreibt Kommentatorin Hexe:
Ich würde gern mal einen Urlaub in Männerland machen. Hab ich mir schon als kleines Mädchen gewünscht. Nicht für immer, nur nicht. Aber ganz ehrlich, ich wollte schon immer mal wissen, wie sich so eine bestimmte Sache für die Männer anfühlt.

Es funktioniert leider nicht. Eben wegen dem Rucksack und der Kamera...
Frida Thurm vom Spiegel hat es zum Beispiel probiert und davon Berichtet: Im Körper des Feindes

Norah Vincent war etwas erfolgreicher, ihre anthropologische Studie dauerte etwa ein Jahr – und endete in einem Nervenzusammenbruch. Sie schrieb das Buch „Self Made Man: One Woman's year Disguised as a Man“ darüber. Etwa die Hälfte der transsexuellen Menschen hält länger durch. Die andere Hälfte endet im Selbstmordversuch. Das allerdings ist die Statistik der Überlebenden.


Es gibt eine Simpsons Folge: Gleichung mit einem Unbekannten in der Lisa durch die Umstände getrieben dieses Experiment wagt. Ich habe diese Folge auf der Festplatte, weil sie mich so sehr an meine eigene Kindheit erinnert. Das Thema ist für mich zu persönlich und zu schmerzhaft als dass ich darüber in diesem Blog schreiben wollte, aber Britta hat eine kleine Serie ihre Kindheits- und Jungenderfahrung geschrieben:

Hier nur zwei Artikel aus der Serie:
Allein unter Männern
kleiner Leid(!)faden transidenter Überlebensstrategien

Mimese und Mimikri
wie Britta sich eine kleidsame Tarnkappe häkelte

Zirkuskind fragt:
Hast du manchmal das Gefühl die Männer dieser Welt verteidigen zu wollen, weil du auch mal einer warst oder siehst du mit einem breiten Grinsen drüber hinweg??

Tja, das ist ein Missverständnis. Nur weil man in Männerland gewohnt hat, war man deswegen eben nicht eine Mann. Ich habe mir vielleicht ein besseres, tieferes Bild über Männer machen können, als es die meisten anderen Frauen haben, aber keinen Bericht aus der gewünschten Perspektive abgeben. Fühle ich mich genötigt, Männer manchmal zu verteidigen? Nein, wenn sie sich Lächerlich machen, ist das ihre Sache.

Sudda Sudda ist mir da schon näher:
Lass uns setzen, still einen kühlen Schluck genießen und schweigend das Leben im Frauenland genießen, bevor...

ja, bevor...

WIR ÜBER DAS MÄNNERLAND LÄSTERN!

Katrin fragt:
Ich finde ja, dass Du einen Vorteil hast gegenüber Biofrauen. Du weißt, wie es sich anfühlt, ein Mann zu sein UND wie es ist, eine Frau zu sein. Wobei Du Dich ja als Mann trotzdem wie eine Frau (im Männerkörper) gefühlt hast? Oder gab es Zeiten, in denen Du Dich wie ein Mann gefühlt hast?

Ich kann natürlich nur für mich sprechen. Nein, ich weiss nicht, wie es sich anfühlt ein Mann zu sein. Das Körperbild stimmte nicht mit der neuronalen Vernetzung im Gehirn überein. Bei einem Mann tut es das. Ein Mann findet es nicht als Eklig, Dicke Haut mit viel Haaren zu haben und zuckt bei jeder Berührung des Körpers zusammen. Und das ist nur ein Beispiel. Gerade was die Genitalien betrifft hatte ich zwar das selbe Equipment, und es wurde auch dahingehend getestet, ob es funktioniert, aber es fühlte sich für mich an wie ein Geschwür. Heute ist zwar alles am richtigen Platz, aber zum Beispiel die Oberfläche der Klitoris fühlt sich immer noch falsch an. Da weiss ich, dass auch die beste derzeit verfügbare Technik keine echte Rekonstruktion hin bekommen hat.

Um nochmal auf Katrin ein zu gehen:
Du bist eine Frau und weisst aber, wie sich "das eine" für einen Mann anfühlt. Wüsstest Du gerne, wie es sich für eine Frau anfühlt?
Hab ich mich zu unklar ausgedrückt? Oder steigt man da durch?

Ich weiss eben nicht wie sich die männliche Seite (für einen Mann) anfühlt, aber ich wusste vorher schon ganz genau, wie sich die weibliche anfühlt. Da gab es auch keine grosse Diskrepanz zwischen dem Wissen darum und dem nun möglichen Erleben.

Freitag, 5. Februar 2010

Blogosphäre

Im Blog Mädchenmannschaft wurde die Wahl des Bloggermädchens 2009 ausgerufen. Gewonnen hat das Blog: Frau Liebe. Ich Gratuliere :-)

Für mich persönlich interessant ist, was im Vorfeld geschehen ist, denn nominiert war auch ein alter Bekannter: Das Blog Feminine Lesbians.

Ein Leser der Mädchenmannschaft informierte jedoch diese über eben jenen Artikel, auf den ich einst hin wies, und wegen der rasenden Transphobie des Artikels wurde die Nominierung zurückgenommen: Gegen Transphobie!

Als Betroffene sage ich mal ganz klar Danke für dieses Zeichen.

Die Feminine Lesbians ihrerseits nahmen das natürlich weniger gut auf. Nachdem sie in der Vergangenheit stets darauf Aus waren, Seitenhiebe (vgl. Sexuelle Erregung, Gender oder Bio, wobei die FBs 2 Studien vermischen) oder auch konkretere Artikel gegen Betroffene zu schreiben geht es jetzt richtig los.

So Beginnt derzeit eine Kaskade gegen Betroffene und die Mädchenmannschaft:
Jawoll, wir sind auch gegen Hetero!
und
Alles queer…?

In der Kommentarsektion von “Jawoll, wir sind auch gegen Hetero” gibt es einige Aussagen der Autorin, Claudia, auf die ich eingehen will:
”Ob ich für oder gegen Trans bin? Ich persönlich stehe dem eher wenig positiv gegenüber, da ich von der Lesbenszene mehr oder weniger “traumatisiert” bin, in der generell “Männlichkeit” mehr zählt als eine Weiblichkeit. So ist es dort auch mit Transmännern. Als wir diesen Text gegen Trans geschrieben haben, hatten wir darunter sehr viele Kommentare von Transmännern (Frau zu Mann) – und zwar ausschließlich von denen. Also keine Transfrauen darunter, sprich Mann zu Frau. Das ist doch schon sehr seltsam oder?”Wir haben doch alle beide diffamiert- aber die ehemaligen “Männer” scheinen sich mehrheitlich weiterhin lieber bei Ihresgleichen aufzuhalten. Bis auf die ehemaligen heterosexuellen, die jetzt natürlich lesbisch sind…”

Sehr zynisch… jeder Kommentar, den ich (als transsexuelle Frau) dort abgegeben habe, wurde nicht frei geschaltet. In keinem davon ließ ich mich übrigens auf das niedrige Niveau herab und verzichtete auf persönliche Angriffe.

Leider macht sie auch deutlich, dass sie nicht zwischen Butchlesben und transsexuellen Männern unterscheidet, sondern lediglich von sozialen Lifestylekomponenten spricht. Im Wesentlichen nichts anderes, als wenn man effimierte Schwule und transsexuelle Frauen gleich setzt. Warum das so ist, wird im eigentlichen Text deutlich. Für sie gibt es keine angeborenen Komponenten, auch nicht die sexuelle Orientierung, die sie ebenfalls für ein Zeitgeistphänomen hält.

Um es wenigstens ein wenig zu verstehen (und auch unsere Ablehnung von Trans) sollte man sich unbedingt den von uns verlinkten Text von der Intersexuellenseite durchlesen.

Gemeint ist ein Text von Nella und Seelenlos, die mit der Verwendung des Selben um Transbashing zu rechtfertigen, laut eigenen Aussagen, nicht einverstanden sind:

hi lukas, der text ist auf de.indy mit einer creative-commons lizenz für nicht-kommerziellen gebrauch freigegeben -- obwohl ich mich allerdings schon frag, warum er in der ganzen länge wiederholt werden musste. und auch, was -- soweit ich mir einen überblick über die "kontroverse" verschaffen konnte -- der zusammenhang mit dem femininelesbians-blog bzw. den "einschlägigen" posts dort ist, zumal auch typischerweise keine inhaltliche auseinandersetzung mit unserem text stattfand, sondern er pauschal als "beweis" für etwas herangezogen wurde, worums darin m.e. gar nicht geht -- eine weitere ebene von instrumentalisierung sozusagen.

Das Thema Vereinnahmung und Instrumentalisierung DURCH Transsexuelle kommt auch in ihrem Artikel: “Alles Queer…?” noch einmal deutlich zur Sprache:
”Und die Transexuellen selbst sehen sich als intersexuell im geistigen Sinne, ein richtiger Geist in einem falschen biologischen Körper, aber die plastische Chirurgie und lebenslange Hormongaben können da schon Abhilfe schaffen…schauen wir uns also mal die Hierarchie der “Verwertungskette” etwas näher an: Hetero-Schwul-Lesbisch-Transident-Transexuell-Intersexuell; und beim letzten und schwächsten Glied der Kette bin ich dann auch fündig geworden.”
(Gemeint ist einmal mehr der oben genannte Text)

Und das es gar nicht so selten eine Vereinnahmung von Transsexualität durch Intersexuelle gibt, wird gänzlich ausgeklammert. So wurde bezüglich Lili Elbe zum Beispiel Berichte über die Selbe als erste behandelte Transsexuelle von OII Australia kürzlich als Vereinnahmung von Intersexuellen durch Transsexuelle dargestellt, Lili Elbe somit zur Intersexuellen erklärt, obwohl eine transsexuelle Frau, die ähnlich untervirilisiert ist und heute von sich sagen würde, sie ist Intersexuell, ihrerseits als Vereinnahmerin bezeichnet würde.

Auch meine eigenen Worte zum Thema zu wiederholen:

Einmal abgesehen davon, dass darin der Umgang der Ärzte und Forscher mit dem Thema den Transsexuellen selbst angelastet wurde. Ja, ich bin mir sicher, das amputieren und anschliesende Verpflanzen von "richtigen" Hoden, Elektroschocktherapie, Lobotomien und Einweisungen in geschlossene Anstalten waren der ausdrückliche Wunsch von transsexuellen Menschen.


Das Claudia der Meinung ist, Transsexualität sei übersteigerte Homosexualität meint sie auch:
Und wenn das noch nicht genug ist, informiere dich bitte was es für eine, zumeist ursprünglich lesbische Frau, konkret bedeutet operativ zu einem sogenannten Mann zu werden. Nämlich: Künstliches Testosteron (männliches Hormon) nehmen, Brüste amputieren lassen, Totaloperation, also die Gebärmutter mit Eierstöcken herausnehmen lassen, verfrühte Menopause mit allen Symptomen der verschärften Klimeteriumsbeschwerden wie Hitzewallungen und Gefühlsschwankungen.

Nein Claudia, transsexuelle Männer sind nicht ehemals lesbische Frauen (dann eh schon freiwillig Lesbisch, wo ist dann der Zwang?) und für einen Mann sind Brüste extrem unangenehm. Das ist nichts psychisches, das ist in der Verdrahtung im Gehirn verortet. Du hast keine Ahnung, wie es für einen Transmann ist, beim Autofahren ständig mit dem Unterarm gegen Etwas zu stossen, das eigentlich gar nicht da sein sollte. Und das mit dem verfrühten Klimakterum ist schlichtweg falsch, es sei denn der Mann verzichtet nach der Entfernung der Eierstöcke und Gebärmutter auf, von aussen zugeführte, Hormone.

Wie dem auch sei, aber ich persönlich denke nicht, dass in den meisten Fällen wirklich ein “richtiger” Geist in einem “falschen” Körper steckt. (Dazu sollte man sich auch zu Gemüte führen, dass die Trennung von Geist und Körper erst dadurch entstand, dass Frauen, im Gegensatz zu Männern, durch die Fähigkeit Kinder zu bekommen sozusagen unsterblich sind. Um Abhilfe zu schafften wurde schnell der Geist vom Körper abgetrennt und, im Gegensatz zum vergänglichen Leib, unsterblich und ewig gemacht. Und um das Ganze noch zu vervollkommnen wurde der Frau dann flugs noch die Seele abgesprochen… das nur am Rande hier.)

Das Erste ist deine Meinung, die einfach nur zeigt, dass du nicht begreiffen kannst. Dein weiteres Posting zeigt, dass du zwar “Biology = Destiniy” betreibst, andererseits aber nicht einsehen kannst, dass das Gehirn anders als der sichtbare Restkörper sein kann. Das ist kein Argument, das ist Esoterik.

Und wenn jemand wirklich meint im Gegengeschlecht leben zu müssen, dann soll Er/Sie das bitte tun- aber ohne derart den eigenen Körper zu verstümmeln.

Erstens, was geht es dich eigentlich an, was Jemand mit seinem Körper tut? Ich würde niemals Botox in mein Gesicht spritzen lassen, ich sehe das als Verstümmelung, aber wieso sollte ich das anderen Verbieten?
Zweitens. Die Betroffenen leben vor der Behandlung im Gegengeschlecht, es geht nicht darum, einen Körper zurechtzuverstümmeln, sondern so weit möglich von der gegengeschlechtlichen Entwicklung zu heilen.

Witzig finde ich ihr Fazit:
Alles in Allem ein sehr komplexes Thema, dass zur Zeit mehr von festgefahrenen Ideologien/Dogmen – anstatt von einer wirklich kritisch-konstruktiven Auseinandersetzung beherrscht wird.

Die Auseinandersetzung damit findet seit mehr als 80 Jahren statt. Seit 80 Jahren haben Leute versucht, eine psychologische Ursache für den Wunsch zu finden, warum eine Frau ein Mann sein will oder ein Mann eine Frau. Und sind stets gescheitert, weil sie wieder und wieder die falsche Frage stellen.

Wieder und wieder versuchen Leute wie Claudia, Transsexualität nach ihren Ansichten zurecht zu theoretisieren, und immer wissen sie es besser als Betroffene und die Forschung.

Donnerstag, 7. Januar 2010

Transphobes Meisterstück

Vor kurzem wurde von Präsident Obama eine Frau für ein wichtiges Amt berufen. 3 Akademische Titel und 30 Jahre breite Erfahrung auf dem entsprechenden Gebiet hatten sie zum idealen Kandidaten gemacht. Eigentlich kein sehr hohes Amt und selbst in den USA eigentlich kaum einer Erwähnung wert, doch die Nachricht schwappte sogar in Österreichische und Schweizer Boulevardmedien, die sich ansonsten nicht sehr politisch interessiert geben – denn die gute Frau hat eine transsexuelle Vergangenheit. Während aber diese Blätter, zumindest für ihre Verhältnisse, recht Neutral berichteten folgte nun, satte zwei Tage später, ein Artikel auf der Webseite der Welt.
Nach einer kurzen Einführung liest man dort:

Während Amanda Simpson in diesen Tagen aus begreiflichen Gründen keine Einzelheiten zu ihrer schmerzhaften Frauwerdung preisgibt, war sie in einem Interview mit dem "Arizona Daily Star" Ende Juni 2002 umso offener. Mehr als 70 000 Dollar für sechs Operationen hatte es sich Mitchell Simpson kosten lassen, Amanda, "die zu Liebende", und Renae, "die neu Beginnende", zu werden. Er ließ seinen Adamsapfel entfernen, einen Busen formen, seine Lippen aufwerfen und unterzog sich komplizierter genitaler Chirurgie. Mehr als 250 Stunden verbrachte er bei einem Hautarzt, der ihm die Barthaare verödete; unter dem Make-up, fand damals ein Beobachter, könne man bei genauem Hinsehen die Narben der Behandlung entdecken. Mitchell wuchs mit drei Brüdern in einer frommen jüdischen Familie in Kalifornien auf. Mitchells Mutter, die in Los Angeles lebt, brauchte lange, bis sie Amanda verzieh. Heute tauschen die beiden Schminktipps aus, und ihre Mutter genießt es, noch eine Frau in der Familie zu haben.

An den 1,75 Meter Körpergröße, muskulösen Beinen, der Schuhgröße 42 und den großen Händen kann Amanda nichts ändern. Ihr blendendes Lächeln, die (fast zu perfekt gelegten) blonden Haare, ihr betont weiblicher Gang und eine in Dutzenden Übungsstunden bei Logopäden höher und weicher geformte Stimme sind umso elaborierter. Sie ist, anders als Mitchell, ganz und gar ihre eigene Schöpfung. Dabei will sie nichts sehnlicher als in ein weibliches Leben einzutauchen: "Wir Transsexuellen sind normale Menschen, die ein normales Leben führen wollen." Ihr heute 14 Jahre alter Sohn, der seine Mutter liebt wie früher seinen Vater, gibt Simpson Normalität.

Was macht diese zwei Absätze nun so, nun ja, mir fällt gerade kein besserer Begriff ein; Hinterfotzig?

Der Autor Uwe Schmitt will dem Leser in diesem Text nur eines vor Augen führen: Die angebliche Künstlichkeit von Ms. Simpsons Geschlecht. Die Beziehung zur ihrem Sohn stellt Schmitt als “Notanker” in der Realität da, als ob Frauen mit transsexueller Vergangenheit nicht einfach ein normales Leben führen könnten.

Noch viel deutlicher ist, dass er Amanda Simpson als Mann sieht. Er betont es ja ausführlich: “Sie ist, anders als Mitchell, ganz und gar ihre eigene Schöpfung

Nein. Herr Schmitt. Sie ist die Frau, als die sie geboren wurde. Mit einem medizinischen Handlungsbedarf der verhinderte, das sich ihr Körper falsch entwickelt, was dennoch passiert ist. Sie hat mehr als 40 Jahre versucht, die Erwartungen ihrer Umwelt zu erfüllen und dazu ihre ganz eigene Schöpfung der Persönlichkeit ‘Mitchell’ aufgebaut, der die Menschen damals Begegnet sind. Und das kann auf Dauer nicht gutgehen. Statt sich zu freuen, dass diese Frau Hilfe finden konnte, machen Sie sich noch über sie und die Narben der falschen körperlichen Entwicklung Lustig. Soll das Journalismus sein?

Stattdessen muss Herr Schmitt auf seine Vorurteile bauen. Worte, die töten.

bilde Angie Zapatas Schwester Monica Murguia, links und ihre Mutter, Maria Zapata bei der Urteilsverkündung des Möders ihrer Tochter, Allen Andrade am 22. April 2009 in Greeley: Quelle: GreeleyTribune.com



Ein wenig Nachhilfeunterricht könnte Herr Schmitt sich bei meinem Artikel hier holen.

Desweiteren finde ich Schade, dass Herr Schmitt nicht weiter auf den Zitierten Satz eingeht:

Anders als Schwarze, die diskriminiert wurden, verdienten Transsexuelle keine ausgleichende Rücksichtnahme.

der Nicht einmal mehr durch Anführungszeichen als solcher kenntlich gemacht wird. Ich werte das einmal als Übereinstimmung des Autors mit Matt Barber, der es ursprünglich gesagt hat. Menschenrechte ja, aber nicht für alle?

Und ist nun irgendetwas daran, dass diese Nominierung mehr Politisch als Aufgrund von Qualifikation geschah? Wohl eher nicht.

Die geschätzte Zoe Brain, die im entsprechenden Berufsfeld arbeitet, drückt es in einem Kommentar bei ABC News folgendermaßen aus:

*SIGH* OK, I'm in the industry myself. I can think of a few names who have the same or better technical knowledge. None who have the business administration degree as well. There's probably a few, but they're heads of departments of major firms, or even CEOs. There might be a dozen on the entire planet who are US citizens. Probably not though. And of the 4 I know, 2 are intersexed, 2 transsexual. The atypical neurology they have is a mixed curse: they get intellectual gifts as well as problems with their mismatched bodies. // Dr Stephanie Langhoff, Chief Scientist at NASA's Ames Research centre is too weak in the military area. Prof Lynn Conway is too busy, and has no formal business administration experience. One other likewise. And another has neither the business experience, nor is a US citizen

*Seuzf*. In Ordnung ich bin selbst in dieser Industrie. Ich kann nur an wenige Namen [von Personen] denken, welche die selben oder bessere technologische Kenntnisse haben. Keine davon haben außerdem einen betriebswirtschaftlichen Abschluss. Da gibt es möglicherweise ein paar, aber sie sind Abteilungsleiter oder Geschäftsführer. Es könnte ungefähr ein Dutzend auf der Welt geben, die US Bürger sind. Vielleicht nicht ganz. Und von den Vier, die ich kenne, sind zwei Intersexuell und zwei Transsexuell. Die untypische Neurologie ist ein gemischter Fluch: Sie bekommen intellektuelle Talente genauso wie die Probleme mit den unpassenden Körpern. // Dr.Stephanie Langhoff, Chefwissenschaftlerin am NASA Ames Forschungszentrum ist zu schwach im militärischen Bereich, Professor Lynn Conway ist zu Beschäftigt und hat keine Betriebswirtschaftliche Erfahrung. Eine andere wahrscheinlich. Und eine andere hat weder betriebswirtschaftliche Erfahrung, noch ist sie US Bürger.

Was Zoe hier anspricht, ist so harter Tobak, dass ich eigentlich vermeide, darüber zu schreiben. Tatsächlich gibt es mindestens zwei wissenschaftliche Arbeiten, die auf einen durchschnittlich 30% höheren IQ gegenüber der Gesamtbevölkerung hin deutet. Das bedeutet nicht, dass jede transsexuelle (oder intersexuelle) Person hochintelligent ist, aber es macht sich auch bemerkbar. Die Statistik, dass 1,8% aller prominenten Programmierer eine transsexuelle Vergangenheit haben (und das sind nur diejenigen, bei denen es Bekannt ist) hatte ich ja schon einmal verlinkt.

Was statt dessen für ein Bild über transsexuelle Menschen nicht nur geschürt, sondern offensichtlich auch gewollt wird wurde mir in einer Diskussion im “Mamablog” kürzlich überdeutlich gemacht.

- Transsexuelle arbeiten alle in der Sexbranche
- 80% Prozent sind nach Behandlung Suizidial
- Transsexualität ist ein psychisches Problem, dass nicht geheilt, sondern durch chirurgischen Größenwahn unterstützt wird.

Das ging so weit, dass sogar Forderungen nach Lobotomien laut wurden (zerstört Dauerhaft die Persönlichkeit).

Gott sei Dank sind nicht alle geneigt, Aufgrund ihrer Ängstlichkeit vor unbekanntem, Talente zu verschwenden. Die meisten Fortune 500 Unternehmen haben mittlerweile eindeutige Policen in Bezug auf Nichtdiskriminierung und nicht wenige Krankenkassenpolicen, die in den USA, wo sonst Krankenkassen nichts übernehmen, die Behandlungskosten zahlen.

Freitag, 20. November 2009

Trangender Day of Renembrance

Die zunehmend transphobe Berichterstattung in den Medien findet auch in einer anderen Statistik eine Korrelation. Dieses Jahr wurden weit mehr Verbrechen an trans* Menschen, allen voran jungen, schwarzen Transsexuellen, bekannt.

Ich übernehme die Liste der Blogs, die sich heute mit dem Thema befassen, einmal von Diana:

http://diana.tgirl.ch/transgender-day-of-remembrance-2009

Aktion Menschenrecht und Transsexualität e.V.
TgEu.org (Transgender Europe’s Trans Murder Monitoring Project)
Erlebnisse und Gedanken
Gender Studies an der Humboldt-Universität zu Berlin
Queer-o-mat
Frau mit Bart

Freitag, 23. Oktober 2009

Pretty in Pink

In ihrem Blog beim Magazin Mother Jones berichtet eine Mutter, wie sie ob der Geburt einer Tochter mit Werbegeschenken überhäuft wurde – alle in Pink.

KleinSarahWie ich, ist Lauren Sandler in den 70ern aufgewachsen. Geschlechtsstereotypen waren aus der Mode. Viele Bilder aus meiner vorpubertären Kindheit kann ich heute Unwissenden zeigen, ohne dass der geringste Verdacht meiner medizinischen Vergangenheit auftaucht. Auch im vielgelesenen Mamablog wurde das Phänomen schon diskutiert. Einem Kommentar ist zu entnehmen, dass das Phänomen selbst Hochburgen der Gleichberechtigung erreicht: “…wir leben nämlich in Norwegen, und auch dort gibt es momentan nur rosa und blau mit kaum Zwischentönen.”

Und so fragt sie zurecht: “Was ist eigentlich passiert?”

Zunächst zeigt sie die amerikanische Entwicklung der Kinderkleidung auf. Erst in den ersten zwei Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts kamen farbliche Unterscheidungen überhaupt in Mode. Die Dichotomie der beiden Farben nahm in dieser Zeit ihren Ursprung, nur genau umgekehrt, wie man es heute Kennt. Rot war eine kräftige und damit maskuline Farbe. Pink war die Kinderfreundliche Version. Blau war die Farbe des Schleiers der Jungfrau Maria und stand essentiell für Feminität. Sie zitiert das “Ladies’ Home Journal” von 1918, das Müttern rät:
“Pink, eine bestimmtere und stärkere Farbe, ist passender für die Jungen, während Blau, das eher graziler und anmutiger, hübscher für die Mädchen ist.”

Zur Zeit des zweiten Weltkriegs kehrte sich die Farbenzuorndung dann um. Das könnte daran liegen, dass, passend zu den Zeiten, der blaue “Marinelook” aus Europa in die USA überschwappte.

Dort hatte sich die Kinderkleidung doch etwas anders entwickelt. Laut Wikipedia war es bis in 19. Jahrhundert üblich, das Jungen bis zum 5. und 6. Lebensjahr Kleidung trugen, die nahezu gleich war wie die der Mädchen, nur das Korsett bei den Mädchen stärker geschnürt wurde um die Entwicklung der weiblichen Körperform zu stützen. Das Wachstum der Brüste jedoch sollte Behindert werden – die waren damals nicht so in Mode. Erst später kamen stärker geschlechtsgetrennte Kleidungselemente in Mode. Farblich allerdings völlig unbestimmt. Um Jahrhundertwende inspirierte die Matrosenuniform die Mode, hier nun wieder eher Unisex (und wie im Bild zu sehen trägt auch dieser Junge einen Rock).

Das Mother Jones Blog wird weiter berichtet, wie sehr junge Mädchen diesem Pink-Trip folgen, unter anderem berichtet es von einer Mutter, die ihrer dreijährigen Tochter erst beweisen musste, dass alle ihre Pinken Sachen alle in der Wäsche befanden, bevor diese bereit war, etwas anderes anzuziehen. Und auch der Mamablog Artikel zeigt auf, wie empfindlich die Kinder darauf achten, geschlechtlich richtig aus zu sehen, farblich und in Bezug auf die Haarlänge. Einige Sozialpsychologen (die Nurture, also “alles ist anerzogen oder durch die Umwelt geprägt”-Seite) gaben dem Phänomen den Namen: “Pink Frilly Dress”-Syndrom, untersuchten es, und kamen zu dem Schluss, dass das Geschlechtszugehörigkeits empfinden massiv von Farben und Kleidung abhängt – eben der selbe Umkehrschluss, den John Money einst in Bezug auf die Genitalien hatte. Doch damit nicht genug der psychologischen Wirren, Neurowissenschaftler mit dem Gedankengut von Evolutionspsychologen (die Nature, also “alles ist angeboren”-Seite) ihrerseits schlossen im wahrsten Sinne des Wortes das Blaue vom Himmel herunter. Da Männer ja gutes Jagdwetter bevorzugten, prägte der geschätzte blaue Himmel sich in die Gene ein, während Frauen eine Vorliebe für Rot entwickelten – die Farbe genießbarer Früchte.

Ein Phänomen, das erst in den letzten 60 Jahren und mit Unterbrechungen existiert, soll also vor Jahrtausenden in unser Genom programmiert worden sein und ohne sorgfältige Kleider- und Farbordnung können die jungen Kinder kein Geschlechtszugehörigkeitsempfinden entwickeln? Sind etwa alle in den 70er Jahren aufgewachsenen Menschen Geschlechtsidentitätsgestört (der amerikanische Begriff Gender Identity Disorder bringt es noch etwas besser auf diesen Punkt)?

Wohl kaum, aber diese Idee ist unglaublich Haltbar. Als kürzlich ein schwedisches Ehepaar sich Outete alle geschlechtsstereotypen Anforderungen von ihrem Kind fern zu halten – in dem sie sein Geschlecht verheimlichen, mutmaßte selbst das Mamablog “Zwitter per Erziehung?” (meine zwischengeschlechtlichen Leser mögen mir das unreflektierte Titelzitat verzeihen), ja in den Kommentaren ist sogar von “Gefährdung des Kindswohls” die Rede, “Derartige Experimente an Menschen müßten unter Strafe gestellt werden! Wer schützt wehrlose Kinder vor solchen Eltern? Warum schreitet bei einer solch massiven Kindeswohlgefährdung kein Jugendamt ein?”

Das sich der letztgenannte Autor allerding gerade diese Erziehungsweise mit John Moneys Menschenrechtsverbrechen vergleicht, ist ein Paradoxon. Auf John Money geht die Idee zurück, dass Genitalien und Erziehung in ein Geschlechtszugehörigkeitsempfinden münden. Auf diese Idee geht der Widerwillen gegen Pops Erziehung genauso zurück wie die Umerziehungsversuche eines Kenneth Zuckers an Kindern, die mit der sogenannten “Geschlechtsidentitätsstörung im Kindesalter” (wie Transsexualität eine Persönlichkeitsstörung in der F-Gruppe der ICD 10) diagnostiziert wurden. Kindern, die das gesellschaftliche Rollenspiel verweigern. Damit werden ungleich mehr Jungen pathologisiert als Mädchen, die Angst vor Jungen mit einem Faible für Barbies und Pink ist ungleich grösser als die vor Mädchen, die gerne auf Bäume Klettern, Hosen tragen und das neueste Quake spielen.

Zucker setzt auf Entzug und Verbot – kein Pink im Haus, keine Mädchenfreundschaften mehr und selbst beim Zeichnen herrscht strengstes Verbot, Mädchen oder Schmetterlinge zu malen.

Ein Zeichen von Transsexualität ist das nicht unbedingt, laut den Studien Zuckers (Kannada) und Green (Großbritannien) sind nur etwa 5% der entsprechenden Kinder Transsexuell. Etwa 45% Homosexuell und die restliche Mehrheit entwickelt sich zum erwachsenen, gesellschaftlich anerkannten Standardmodell.

Dennoch lässt sich bei transsexuellen Menschen ein Hang zu geschlechtlichem Rollenverhalten feststellen. Genau wie andere Mädchen um sie herum nehmen auch transsexuelle Kinder diese Geschlechtsrollen wahr – und genau wie andere Kinder ihres Geschlechts nehmen sie diese Hinweise auf. Je nach angeborenem Geschlechtsrollenempfinden übernehmen sie diese aus der Gesellschaft – und meist unterdrücken sie den Wunsch, lernen schnell diese Wünsche nicht zu äußern oder gar auszuleben. Es braucht keinen Kenneth Zucker, denn Eltern und Umwelt kommen meist auf die selben, nicht wissenschaftlich Sanktionierten Ideen.

Weder bei Zucker noch bei wohlmeinenden Eltern ändert sich allerdings je etwas an dem Geschlechtszugehörigkeitsempfinden, die Kinder lernen es nur zu verstecken, zu unterrücken und oft hilft es, ein wenig Geschlechtsrolle zu spielen. Je stärker die Unterdrückung, desto stärker und länger wird dieses Ventil genutzt – auch wenn es nicht wirklich hilft. Und wenn Transsexuelle dann die soziale Rolle ändern, wird dieser Aspekt oft erst einmal Überbetont. Und speziell im deutschsprachigen Bereich wo Sophinette Beckers Behandlungsstandards gelten, wird das Geschlechtsrollenauftreten in der Behandlung auch mit Behandlungsbedarf gleichgesetzt. So mancher Transvestit hat, so der denn auf die, dann sehr dumme Idee kommt, größere Chancen auf eine Behandlung für Transsexualität als Betroffene, die ihre weiblichen Empfindungen nicht auf Kleidung projizieren.

Es gibt wesentliche angeborene Eigenschaften der Geschlechter, die auch bei Transsexuellen ihrem gefühlten Geschlecht entsprechen, aber erst die Kultur unterstreicht und übertreibt sie, ein Gen für Pink gibt es nicht.

Und was ist nun mit Pop? Was soll mit dem Kind sein? Es weis doch längst was es ist. Viel besser als die Eltern, die nur seine Genitale kennen. Daran wird ein geschlechtsrollenbefreites Aufwachsen nichts verändern.

kenneth-zucker

Geschlechtsrollendoktor Kenneth Zucker.

Samstag, 3. Oktober 2009

Rückschläge

Vor kurzem zeigte ich mich noch erfreut, dass die Berichterstattung über Transsexualität sich stark verbessert hat. Ausgerechnet die ambitionierte Welt(.de) schaffte es allerdings, sich in einem einzigen Artikel, Transsexuelle lächerlich zu machen, Intersexuelle auszuradieren und dem Leser dabei noch das Gefühl zu geben, moralisch gegenüber Arabischen Ländern zu stehen.
Frau darf Auto fahren – nach Geschlechtsumwandlung Von Dietrich Alexander
Die Haltung Saudi Arabiens, nur "Transsexuelle" zu behandeln, die eine intersexuelle Kondition nachweisen können spiegelt sich übrigens auch mit der Agyptens, die letztes Jahr gross ankündigten, Behandlungen für "Transsexuelle" nach international anerkannten Standarts einzuführen - aber in Wirklichkeit eben mit genau diesem Haken.

Auch Thailand, einstmals Vorbild im unkomplizierten Umgang mit Geschlechtsvarianzen (außer im Personenstandsrecht), verkompliziert den Zugang zu notwendigen Behandlungen immer weiter. Während vergangenes Jahr die Orchitektomie für unter 18 jährige Verboten wurde, ist kürzlich angekündigt worden dass keine Geschlechtsangleichende Operationen an unter 18 jährigen Erlaubt sind und 18 - 20 Jährige die Erlaubnis der Eltern brauchen. Das Betrifft auch junge Patienten aus Europa, die von Suporn mit Einverständnis der Eltern bereits ab 16 behandelt werden konnten, Ich weiß von mindestens einer deutschen, die das zwei Jahre vor Kim Petras in Anspruch genommen hat. Ab 18 wahr das Einverständnis der Eltern auch nicht mehr Erforderlich. Warum sollten die es auch besser wissen als die konsultierten Ärzte? Ohne Überweisung macht nämlich auch Dr. Suporn keine Operation.

Samstag, 26. September 2009

Markenidenditätsstörung

Porsche



Gestern fiel mir auf, dass ich eine gestörte Markenidentität habe.(*). Mein Auto, sagen Andere, ist ein Ferrari. Dabei weiß ich, dass es ein alter Porsche ist.
Seien sie doch mal realistisch, meint Meyenburg. Der Wagen ist rot. Das sieht man doch, der Fahrzeugschein dagegen ist im inneren Verborgen. (**)

(*) Marken Identitäts Störung (MIS) bzw. Brand Identity Disorder (BID).
(**) Originalzitat von Bernd Meyenburg:
"Seien sie mal realistisch! Den Penis sieht man doch, das Gehirn aber ist im Kopf verborgen!"

Sonntag, 23. August 2009

Ein ganz normaler Mensch

Für transsexuelle Menschen ist das Leben als ob ihnen jemand als Kind eine Clownsmaske aufgesetzt hat und gesagt hat, du bist jetzt ein Clown und musst immer lustige Dinge tun. Die Maske dürfen sie nicht einmal abziehen, wenn sie schlafen gehen. Etwas unbequem, aber nichts was einen tötet. Viel schlimmer sind die Sanktionen, wenn man sich nicht verhält wie ein Clown. Dann mit der Pupertät, wird dem Kind ein immer enger anliegendes Clownskostüm angelegt, es fängt an stärker gegen seine Rolle zu rebellieren – alle lehnen es ab selbst andere Clowns, denn die merken recht schnell, dass du keiner von ihnen bist und nicht zu ihnen passt. Zu irgendeinem Zeitpunkt in ihrem Leben wird dem Kind klar, so geht es nicht weiter, die Clownsmaske nimmt die Luft zum Atmen, und man ist nun mal nicht der Clown, für den jeder einen hält. Sie suchen Hilfe. Und dort sagt man dir: Deine Clownidentität ist gestört. Und andere Fragen sich: „Warum will ein Clown ein normaler Mensch sein?“

„Aber ich bin doch ein normaler Mensch?“.

Es gibt ein Protokoll für solche Menschen. Nach einem Jahr Psychotherapie soll er ein weiteres Jahr einen Alltagstest machen. Seine Clownmaske darf er weiterhin nicht abziehen, aber er soll sie Orange übermalen. Das Clownskostüm wird unter einer Menge Kleidung vergraben, und wehe, sie da ist nur eine fröhliche Farbe dabei! Nach einem weiteren Jahr darf er nun nach und nach Teile seines Clownskostüms ablegen, doch oh schreck, Jahrzehnte lebens unter dem engen Clownskorsett haben sein Körper verformt. Aber ein wenig natürlicher wirkt es schon. Mindestens ein halbes Jahr dauert es, bis er das Kostum nun endgültig ablegen darf, die Clownsmaske kommt herunter. Das geht allerdings nur mit operativen Eingriffen, ein Leben lang getragen, ist sie regelrecht mit dem Gesicht verwachsen. Früher hat man sie nur einfach weggenommen, das Gesicht war Steiff und nach der Maske verformt. Heute gibt es bessere Methoden, aber die Krankenkasse zahlt diese nicht.

Sehr erleichtert geht er seines Weges und kann endlich er selbst sein, ein normaler Mensch. Doch kurz darauf wird die Presse aufmerksam. Kein Problem denkt er ich und erzählt seine Geschichte. Was er kurz darauf liest, verschlägt ihm den Atem: „Mensch X wurde als Clown geboren.“

Der Mensch denkt sich, euch werde ich es zeigen ich war nie ein Clown. Und fängt an zu lernen, was die Psychologen wirklich von ihm dachten. Und fällt aus allen Wolken:

„Ein Clown will entweder normale Leute in sein Bett bekomen oder er ist sexuell erregt durch den Gedanken, ein normaler Mensch zu sein“ liest er an einer Stelle.

An anderer
„Die Clownidentität ist verletzt, sie wird ersetz durcheine Identität vorgergründig normaler Menschen, der Clown strebt die Transformation zum normalen Menschen an…“

Und dann findet der normale Mensch einen Artikel, der hingebungsvoll aufzeigt, warum das alles Schwachsinn ist.

Und dann findet der normale Mensch heraus, dass es unzählige Forschungen gibt, die aufzeigen, dass es eine Maske war, die er trug, dass Menschen wie er die Maske im Augenbick ihrer Geburt bekommen.

Und er versucht es der Welt mitzuteilen: Seht her, 80 Jahre lang fragtet ihr euch, warum ein Clown ein normaler Mensch sein will, aber in den letzten 10 Jahren hat die Forschung aufgezeigt, wie mir die Maske übergestülpt wurde.

Aber nein, du bist doch verrückt, antwortet die Öffentlichkeit, du bist so wenig ein normaler Mensch, wie eine Maus ein Elefant ist, wenn man ihr einen Rüssel annäht.

Forschung? Ist doch alles nur Gewäsch.